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Vinyl Nights

Wenn Städte nachts leiser werden, drehen manche Orte erst richtig auf. Hoch über dem Wasser von Victoria Harbour entsteht im Felix gerade genau so ein Moment: kein klassischer Club, kein lautes Spektakel, sondern eine kuratierte Rückkehr zu etwas, das lange als überholt galt – und plötzlich wieder unverzichtbar wirkt. Vinyl. Haptisch, warm, bewusst. Mit der neuen Analogue Record Series verwandelt sich die ikonische Location im The Peninsula Hong Kong jeden Donnerstagabend in einen Raum, der Musik nicht nur spielt, sondern inszeniert.

Es beginnt leise. Eine Nadel senkt sich, ein leichtes Knistern, dann setzt der erste Track ein. Kein Algorithmus, keine Playlist, sondern eine Entscheidung. Genau darin liegt die Qualität dieses Formats: Musik wird wieder Handlung. Gemeinsam mit The Wake Concept Listening Room hat das Haus eine Serie entwickelt, die sich bewusst gegen das Flüchtige stellt. Statt Streaming dominiert das Ritual, statt Lautstärke Atmosphäre. Von 20 bis 23 Uhr entsteht eine Art Listening Lounge, in der Gespräche genauso ihren Platz haben wie tiefe, sorgfältig ausgewählte Sounds.

Die DJs sind keine Namen für den schnellen Effekt, sondern Figuren mit Haltung und Archiv. Roy Malig, Johnny Hiller, NeeNo oder auch der in Frankreich lebende Brahms – sie bringen nicht nur Tracks, sondern Geschichten mit. Gespielt wird, was trägt: Soul, Jazz, Balearic, Funk. Musik, die nicht schreit, sondern sich langsam entfaltet, die Raum lässt für Blicke, Gespräche, Gedanken. Und während sich die Sets entwickeln, verändert sich draußen die Stadt. Der Himmel kippt von Gold in Blau, dann in Schwarz, während sich die Lichter Hongkongs im Wasser spiegeln. Floor-to-ceiling-Fenster werden hier nicht zur Kulisse, sondern zum Teil der Dramaturgie.

Felix selbst war schon immer mehr als ein Restaurant. Das von Philippe Starck entworfene Interieur lebt von Kontrasten: futuristisch und zeitlos, verspielt und präzise. Genau diese Spannung trägt auch die Analogue Record Series. Es geht nicht um Nostalgie im klassischen Sinn, sondern um eine neue Form von Luxus – Zeit, Aufmerksamkeit, Reduktion. Ein Abend, der nicht eskaliert, sondern sich verdichtet.

Auch kulinarisch bleibt das Konzept konsequent. Die Karte zitiert die 80er und 90er, ohne in Ironie zu kippen. Stattdessen entstehen kleine, präzise gesetzte Reminiszenzen: Shrimp Toast, neu gedacht, serviert auf einem Teller, der an eine rotierende Platte erinnert. Popcorn, aber mit Tiefe – Algen, schwarzer Pfeffer, ein Twist, der hängen bleibt. Mini Burger, die bewusst zwischen zwei Tracks passen, nicht dazwischen stören. Küchenchef Henry Wong übersetzt hier Erinnerungen in Texturen und Aromen, ohne sie zu überladen.

An der Bar setzt sich das Prinzip fort. Head Mixologist Derek Tsui entwickelt Drinks, die weniger Show als Geste sind. „Needle Drop“ spielt mit Kaffee und Tequila, balanciert Bitterkeit und Süße, fast wie ein gut gesetzter Übergang zwischen zwei Tracks. „High Fidelity“ beginnt klar, zitrisch, fast kühl, bevor sich langsam eine tiefere, kräuterige Struktur zeigt. Es sind Drinks, die nicht dominieren, sondern begleiten – genau wie die Musik.

Interessant wird das Ganze im Kontext der Marke selbst. Seit fast einem Jahrhundert steht The Peninsula für eine sehr spezifische Idee von Luxus: nicht laut, nicht demonstrativ, sondern präzise kuratiert. Die Analogue Record Series fügt sich genau hier ein. Sie verbindet Vergangenheit und Gegenwart, Handwerk und Zeitgeist, Intimität und Internationalität. Ein Format, das nicht versucht, Trends zu kopieren, sondern einen eigenen Rhythmus setzt.

Und vielleicht ist genau das der Punkt: In einer Zeit, in der alles sofort verfügbar ist, wird das bewusste Erleben wieder zum eigentlichen Statement. Eine Platte dauert so lange, wie sie dauert. Ein Abend entwickelt sich, statt zu springen. Gespräche entstehen, weil sie Raum bekommen. Felix schafft dafür die perfekte Bühne – über der Stadt, aber nicht abgehoben, stilvoll, aber nicht distanziert.

Die Analogue Record Series ist damit mehr als ein Event. Sie ist ein Gegenentwurf. Zu Geschwindigkeit, zu Beliebigkeit, zu permanentem Hintergrundrauschen. Stattdessen: ein klarer Fokus auf das, was bleibt. Musik, Atmosphäre, ein Blick über das Wasser – und das Gefühl, dass man genau im richtigen Moment am richtigen Ort ist. Weitere Informationen unter Peninsula Hong Kong

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