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Sitzt perfekt

Es gibt Möbel, die man erkennt, bevor man ihren Namen gelesen hat. Togo gehört dazu. Michel Ducaroys niedriger, vollkommen rahmenloser Entwurf entwickelte sich über Jahrzehnte zu einem der bekanntesten Sitzmöbel der Designgeschichte. Mehr als 1,5 Millionen Exemplare wurden verkauft. Mit BOSS erhielt die französische Ikone nun eine neue Interpretation – und tatsächlich etwas, das einem maßgeschneiderten Anzug erstaunlich nahekam. Für BOSS | LIGNE ROSET wurde Togo erstmals in einer Materialkombination aus Leder und Textil umgesetzt. Hochwertiges Leder traf auf eine weichere textile Sitzfläche, Kontrastnähte griffen Elemente klassischer Schneiderkunst auf. Damit entstand keine bloße Sonderfarbe und auch kein Möbelstück, auf das lediglich zwei bekannte Namen gesetzt wurden. Die Zusammenarbeit veränderte den Charakter des Originals in Bezug auf Oberfläche, Haptik und Details.

Die Verbindung zwischen beiden Marken funktionierte gerade deshalb so gut, weil sie an einer gemeinsamen Disziplin ansetzte. Ligne Roset arbeitet mit Polsterung, Volumen und Form, BOSS mit Schnitt, Stoff und Konstruktion. In beiden Welten entscheidet die Genauigkeit der Verarbeitung darüber, ob das Ergebnis später selbstverständlich wirkt. Togo selbst war von Anfang an alles andere als konventionell. Anstelle eines klassischen Rahmens besteht das Möbelstück vollständig aus unterschiedlich dichten Schaumstoffen. Harte Kanten fehlen, die Form passt sich dem Körper an und vermittelt eher das Gefühl des Hineinsinkens als des traditionellen Sitzens. Seine tiefen Falten und die niedrige Silhouette haben sich längst in das kollektive Designgedächtnis eingeschrieben.

Bis heute wird jedes Togo in der Manufaktur von Ligne Roset in Briord in Frankreich gefertigt. Die charakteristischen Falten entstehen durch präzise manuelle Polsterarbeit. Gerade darin liegt ein wesentlicher Teil seiner Qualität: Was mühelos und beinahe spontan aussieht, basiert auf großer handwerklicher Erfahrung. Beim Tailored Togo erhielt diese vertraute Form eine deutlich elegantere Spannung. Das Leder verlieh einzelnen Bereichen mehr Kontur, während der textile Teil die Weichheit des Originals bewahrte. Die Kontrastnähte brachten einen subtilen Verweis auf die Schneidertradition von BOSS ins Spiel. Der Entwurf wurde dadurch nicht modisch verkleidet, sondern über Materialien neu gelesen.

Antoine Roset, CEO von Ligne Roset, beschrieb die Kooperation als Weiterführung des Dialogs zwischen ikonischem Design und Innovation. Marco Falcioni, Creative Director bei HUGO BOSS, sprach davon, die DNA der Marke in ein Designobjekt zu übertragen und das Gefühl eines maßgeschneiderten Anzugs in den Wohnraum zu bringen. Genau darin lag die Stärke des Projekts: Nicht Mode wurde zum Möbel und Möbel nicht zur Mode – beide begegneten sich über Verarbeitung und Materialgefühl. Zur limitierten Serie gehörte neben dem Sessel auch ein passender Hocker. Ergänzt wurde die Zusammenarbeit durch ausgewählte BOSS-Accessoires. Zweifarbige Jacquard-Kissenbezüge und ein Plaid mit Sattelnaht nahmen Farben und Oberflächen des Tailored Togo auf. Aus der BOSS-Kollektion kamen zudem Sneaker aus hellem Baumwoll-Leinen-Canvas mit Lederdetails und eine strukturierte Reisetasche mit Lederakzenten hinzu. So entstand ein kleiner Kosmos, in dem Interior und Garderobe miteinander korrespondierten, ohne komplett durchgestylt zu wirken.

Vorgestellt wurde die Zusammenarbeit zunächst im Palais de Tokyo in Paris. Dort erschien das Tailored Togo in einer szenografischen Installation, die Materialität und Raumwirkung in den Mittelpunkt rückte. Anschließend wanderte das Projekt nach Mailand, wo BOSS und Ligne Roset das Möbel während der Design Week in einem historischen Gebäude präsentierten. Besucher konnten den Sessel dort nicht nur betrachten, sondern ausprobieren; eine eigens zusammengestellte Playlist ergänzte die Inszenierung. Das war beim Togo mehr als ein nettes Detail. Dieses Möbel lässt sich schließlich nur begrenzt aus der Distanz beurteilen. Seine Wirkung entsteht erst vollständig, wenn man sich hineinsetzt und spürt, wie stark die außergewöhnliche Konstruktion den Komfort bestimmt.

Die Zusammenarbeit fiel außerdem in eine Phase, in der Togo längst eine neue Generation erreicht hatte. Der Entwurf taucht heute ebenso selbstverständlich in historischen Interieurs wie in reduzierten zeitgenössischen Wohnungen auf. Seine Form war nie neutral und gerade deshalb erstaunlich langlebig. Togo ist weich, niedrig, eigenwillig und sofort präsent – und genau diese starke Identität erlaubt es, das Modell immer wieder neu zu interpretieren. Die BOSS-Edition setzte deshalb dort an, wo eine Veränderung tatsächlich sichtbar und spürbar werden konnte: an der Oberfläche. Leder, Textil und Naht veränderten die Wahrnehmung der Silhouette, ohne ihre Grundidee anzutasten. Aus einer bekannten Form entstand so keine neue Ikone, sondern eine überzeugende neue Variante.

Gleichzeitig zeigte die Kooperation, wie selbstverständlich sich Mode und Interior inzwischen begegnen können, wenn die Zusammenarbeit über bloßes Branding hinausgeht. BOSS brachte seine Erfahrung mit Tailoring und Stofflichkeit ein, Ligne Roset sein Wissen um Polsterung und Möbelbau. Das Ergebnis lebte nicht von zwei Logos, sondern von einer gemeinsamen Aufmerksamkeit für Qualität. Der Tailored Togo erscheint als limitierte Designserie und wurde in ausgewählten Ligne-Roset-Geschäften sowie in ausgewählten BOSS-Stores dieses Jahr präsentiert.

Mehr als fünf Jahrzehnte nach seiner Entstehung brauchte Togo keine Neuerfindung. Seine Stärke lag vielmehr darin, Veränderungen auszuhalten, ohne seine Identität zu verlieren. BOSS gab ihm keinen neuen Charakter – sondern einen ziemlich gut sitzenden Maßanzug.

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