Die Idee entstand nicht in Kopenhagen, sondern in München. Nicht am Zeichentisch, sondern in einer Porzellanmanufaktur, in der seit dem 18. Jahrhundert nahezu alles von Hand entsteht. Als Charlotte Lynggaard die Werkstätten von Nymphenburg betrat, interessierte sie sich zunächst für die Prozesse. Wenig später experimentierte sie selbst mit Formen, Oberflächen und Proportionen. Zwei Jahre danach wird aus dieser Neugier eine der ungewöhnlichsten Kollektionen ihrer Karriere.
Wer Charlotte Lynggaards Arbeiten kennt, verbindet ihren Namen mit Gold, Diamanten und organischen Schmuckformen, die oft an Blätter, Äste oder Fundstücke aus der Natur erinnern. Porzellan spielte bislang keine Rolle in dieser Welt. Gerade deshalb entwickelte sich die Begegnung mit der PORZELLAN MANUFAKTUR NYMPHENBURG zu einer kreativen Reise, deren Ausgang zunächst völlig offen war. Statt fertiger Entwürfe brachte die Kreativdirektorin von OLE LYNGGAARD COPENHAGEN vor allem Fragen mit nach München. Wie verhält sich Porzellan? Wie reagiert es auf Licht? Welche Formen entstehen, wenn man ein Material nicht kontrollieren, sondern verstehen möchte?









Die Antworten fanden sich nicht in Skizzenbüchern, sondern direkt in den historischen Werkstätten der Manufaktur. Zwischen Gipsformen, Brennöfen und Arbeitstischen entstand ein Dialog mit den Handwerkern, die hier seit Jahrzehnten mit einem Material arbeiten, das bis heute nichts von seiner Faszination verloren hat. Porzellan besitzt etwas Widersprüchliches. Es wirkt zerbrechlich und überdauert dennoch Jahrhunderte. Es erscheint leicht und entwickelt gleichzeitig eine erstaunliche Präsenz. Genau diese Spannung wurde zum Ausgangspunkt der Zusammenarbeit. Aus ersten Experimenten entstanden Objekte, die sich nicht eindeutig einordnen lassen. Sind es Schmuckstücke? Kleine Skulpturen? Amulette? Wahrscheinlich von allem etwas. Die neue Kollektion umfasst eine Reihe von Anhängern aus handgefertigtem Porzellan, die Charlotte Lynggaards organische Formensprache erstmals in ein völlig neues Material übersetzen. Die Formen wirken, als wären sie von Wind, Wasser oder Zeit gezeichnet worden. Manche erinnern an Muscheln, andere an Samenkapseln oder kleine Fundstücke, die man auf einem Spaziergang entdeckt und instinktiv in die Tasche steckt.
Gerade weil die Anhänger nicht laut auftreten, entfalten sie ihre Wirkung. Sie besitzen eine stille Eleganz, die sich bewusst von den klassischen Vorstellungen luxuriösen Schmucks entfernt. Kein Funkeln, keine demonstrative Opulenz, keine offensichtlichen Statussymbole. Stattdessen entsteht eine andere Form von Wertigkeit – geprägt durch Material, Handwerk und die Geschichte ihrer Entstehung. Ergänzt wird die Kollektion durch einen skulpturalen Kerzenhalter, der dieselbe gestalterische Sprache aufgreift. Er wirkt wie die größere Schwester der Schmuckstücke und verbindet zwei Welten miteinander. Während die Anhänger den Körper begleiten, findet der Kerzenhalter seinen Platz im Wohnraum. Gemeinsam erzählen beide von jener besonderen Beziehung, die Menschen zu Objekten entwickeln, die sie über Jahre begleiten.
Besonders faszinierend ist die Fertigung. Jedes einzelne Stück entsteht vollständig von Hand in der PORZELLAN MANUFAKTUR NYMPHENBURG. Das Porzellan wird geformt, mehrfach gebrannt, glasiert und von erfahrenen Kunsthandwerkern vollendet. Jeder Arbeitsschritt verlangt Präzision und Geduld. Kleine Unterschiede in Form, Oberfläche oder Glasur sind dabei ausdrücklich gewünscht. Sie machen jedes Objekt zu einem Unikat und erinnern daran, dass echte Handarbeit niemals vollkommen identisch sein kann. Die Zusammenarbeit bringt zwei Häuser zusammen, die auf den ersten Blick aus unterschiedlichen Welten stammen. Hier die dänische Schmuckmarke OLE LYNGGAARD COPENHAGEN, bekannt für ihre organischen Entwürfe und ihren unverwechselbaren skandinavischen Stil. Dort die PORZELLAN MANUFAKTUR NYMPHENBURG, die seit Jahrhunderten zu den bedeutendsten europäischen Adressen für Porzellankunst zählt. Doch je länger man sich mit dem Projekt beschäftigt, desto deutlicher wird die gemeinsame Haltung. Beide verstehen Luxus nicht als schnelle Inszenierung, sondern als Ergebnis von Zeit, Wissen und handwerklicher Erfahrung.









Vielleicht erklärt genau das die besondere Atmosphäre dieser Kollektion. Sie wirkt nicht wie das Ergebnis einer strategischen Markenkooperation, sondern wie die Fortsetzung eines kreativen Gesprächs. Die Entwürfe erzählen von der Neugier einer Designerin, die bereit war, ihre gewohnte Welt zu verlassen. Sie erzählen von Handwerkern, die ihr Wissen weitergaben. Und sie erzählen von einem Material, das seit Jahrhunderten existiert und dennoch immer wieder neue Möglichkeiten eröffnet.
Vorgestellt wurde die limitierte Kollektion während der 3daysofdesign in Kopenhagen, bevor sie jetzt nach München weiterzieht. Dort schließt sich gewissermaßen der Kreis. Denn die Geschichte dieser ungewöhnlichen Zusammenarbeit begann nicht in einem Showroom, sondern in den Werkstätten von Nymphenburg. An einem Ort, an dem Porzellan seit Generationen von Hand geformt wird – und an dem Charlotte Lynggaard plötzlich entdeckte, dass Schönheit nicht immer aus Gold entstehen muss. Weitere Informationen unter PORZELLAN MANUFAKTUR NYMPHENBURG und OLE LYNGGAARD COPENHAGEN

