Wenn David Koma über die Frau von Blumarine spricht, geht es selten um Widerspruch. Vielmehr interessiert ihn die Spannung zwischen scheinbaren Gegensätzen. Stärke und Verletzlichkeit. Verführung und Zurückhaltung. Romantik und Selbstbestimmung. Für die Resort-Kollektion 2027 verdichtet der Kreativdirektor diese Gegensätze zu einer Garderobe, die ebenso sinnlich wie selbstbewusst wirkt. Verkörpert wird sie von Irina Shayk, deren Präsenz die neue Blumarine-Frau auf den Punkt bringt: kraftvoll, unabhängig und gleichzeitig voller Leichtigkeit.
Seit seinem Einstieg bei Blumarine beschäftigt sich David Koma mit unterschiedlichen Facetten italienischer Weiblichkeit. Für Resort 2027 richtet sich sein Blick auf eine Welt, die tief in der Vorstellung eines italienischen Sommers verankert ist. Ausgangspunkt ist die Kultur des Yachtings – nicht als Statussymbol, sondern als Lebensgefühl. Die Kollektion bewegt sich zwischen langen Tagen auf dem Wasser, spontanen Abendveranstaltungen und jenen Momenten dazwischen, in denen sich Eleganz und Lässigkeit ganz selbstverständlich begegnen. Koma betrachtet diese sommerliche Garderobe jedoch nicht durch eine nostalgische Linse. Stattdessen interpretiert er sie aus der Perspektive der Blumarine-Frau, die Regeln kennt, ohne sich ihnen unterzuordnen.






Schon die Farbpalette erzählt diese Geschichte. Schwarz und Weiß dominieren die Kollektion und erinnern an die ikonischen Fotografien von Helmut Newton. Die Bilder des deutschen Fotografen waren stets geprägt von einer faszinierenden Spannung zwischen Stärke und Sinnlichkeit, zwischen Distanz und Intimität. Genau dieses Wechselspiel spiegelt sich auch in der Kollektion wider. Die Looks wirken gleichzeitig streng und weich, kontrolliert und spontan.
Koma spielt dabei mit dem Gedanken des Dressed Déshabillé – jenem typisch französischen Konzept, bei dem Perfektion stets von einer gewissen Nachlässigkeit begleitet wird. Ein schwarzes Popelinhemd trifft auf ein eingearbeitetes Korsett aus floralem Jacquard. Eine überdimensionierte weiße Bluse wird mit einer winzigen Pareo-Culotte kombiniert. Ein Body aus schwarzem Crêpe-Jersey entwickelt sich zu einer dramatischen Cape-Silhouette mit Fransen. Die Grenzen zwischen Tages- und Abendgarderobe verschwimmen dabei bewusst. Besonders faszinierend ist die Art, wie klassische Sommermotive neu interpretiert werden. Rüschen, florale Muster und Spitze gehören seit Jahrzehnten zur DNA von Blumarine. Unter David Koma verlieren sie jedoch jede Form von Süße oder Nostalgie. Bougainvillea-Drucke erscheinen grafischer und moderner, Chantilly-Spitze wirkt überraschend selbstbewusst, und selbst ein limettenfarbenes Spitzenkleid mit floralen Stickereien besitzt eine ungewohnte Klarheit. Romantik wird nicht als Schwäche verstanden, sondern als Ausdruck von Selbstsicherheit.


Dabei bleibt die Verbindung zum Sommer stets präsent. Transparente Stoffe erinnern an leichte Brisen über dem Meer, fließende Silhouetten greifen die Bewegung des Wassers auf, während Bikinielemente und Badebekleidungsreferenzen immer wieder auftauchen. Besonders gelungen ist ein Look, bei dem eine mit Kristallen und Bougainvillea-Elementen besetzte Halskette zum eigentlichen Oberteil wird. Kombiniert mit einem transparenten Spitzenrock entsteht ein Bild, das zugleich glamourös und erstaunlich entspannt wirkt.
Auch die Accessoires folgen dieser Idee. Blumen erscheinen nicht als dekoratives Detail, sondern als skulpturale Elemente. Sie schmücken Sandalen, verzieren Pumps und tauchen in Schmuckstücken auf, die mit farbigen Edelsteinen kombiniert werden. Die Blüte wird dabei zum Symbol einer Weiblichkeit, die sich weder auf Zartheit noch auf Stärke reduzieren lässt.
Interessant ist zudem die Rolle des Leders innerhalb der Kollektion. Eine kurze schwarze Bikerjacke wird über ein fließendes Abendkleid gelegt und verändert dessen Wirkung vollkommen. Was zunächst romantisch erscheint, erhält plötzlich eine rebellische Note. Genau in diesen Momenten zeigt sich Komas Gespür für moderne Weiblichkeit. Er interessiert sich nicht für eindimensionale Charaktere, sondern für Frauen, die unterschiedliche Facetten in sich vereinen.






Irina Shayk verkörpert diese Idee perfekt. Ihre Präsenz verleiht den Entwürfen eine Selbstverständlichkeit, die jede Inszenierung mühelos erscheinen lässt. Sie trägt die Kollektion nicht wie ein Model, sondern wie eine Frau, die genau weiß, wer sie ist. Diese Haltung prägt auch die gesamte Resort-Kollektion. Die Looks wirken nie verkleidet oder überinszeniert. Sie strahlen eine Ruhe aus, die aus Selbstvertrauen entsteht.
Mit Resort 2027 führt David Koma die Transformation von Blumarine konsequent weiter. Die romantische DNA der Marke bleibt erhalten, wird jedoch von Saison zu Saison neu interpretiert. Statt nostalgischer Weiblichkeit entsteht ein zeitgemäßes Bild von Sinnlichkeit. Eines, das Verführung nicht als Inszenierung versteht, sondern als Ausdruck von Persönlichkeit. So entsteht eine Kollektion, die von Sommer erzählt, ohne in Klischees zu verfallen. Von italienischer Lebensfreude, ohne nostalgisch zu werden. Und von Weiblichkeit, die sich jeder einfachen Definition entzieht. Zwischen Schwarz und Weiß, Romantik und Stärke, Leichtigkeit und Präsenz entwirft David Koma eine Garderobe für Frauen, die ihre eigene Geschichte schreiben – ganz gleich, ob an Bord einer Yacht oder mitten in der Stadt. Weitere Informationen unter Blumarine

