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Alpen. Aber anders.

Die spannendsten Kollektionen entstehen selten am Reißbrett. Sie wachsen aus einer Landschaft, aus Erinnerungen und aus Materialien, die seit Generationen Teil einer Region sind. Lange schien diese Art des Entwerfens aus der Mode gekommen zu sein. Heute erlebt sie eine bemerkenswerte Renaissance. Die interessantesten Labels suchen wieder nach einer unverwechselbaren Handschrift – nicht aus Nostalgie, sondern weil Identität zu einem der seltensten Güter einer Branche geworden ist, in der sich vieles immer ähnlicher anfühlt. Gerade in einer Modewelt, die von Mikrotrends, sozialen Netzwerken und immer kürzeren Produktzyklen geprägt wird, wächst das Interesse an Marken, die ihre Geschichte nicht erfinden müssen. Herkunft entwickelt sich zur gestalterischen Ressource. Sie liefert Materialien, Farben, Handwerk und Haltungen, die sich nicht beliebig kopieren lassen. Authentizität entsteht dadurch nicht über große Worte, sondern über Konsequenz.

Genau auf diesem Fundament bewegt sich Luis Trenker seit drei Jahrzehnten. Das 1995 in Bozen gegründete Label hat nie versucht, alpine Tradition folkloristisch zu inszenieren. Stattdessen übersetzt die Marke das kulturelle Erbe Südtirols immer wieder neu in eine moderne Designsprache. Zwischen Bergen und Metropolen, Handwerk und Zeitgeist entsteht eine Ästhetik, die sich bewusst jeder schnellen Einordnung entzieht. Sie wirkt weder rustikal noch urban, sondern verbindet beides mit bemerkenswerter Selbstverständlichkeit. Die Herbst/Winter-Kollektion 2026/27 trägt den Titel „Nordic Calling – From Cottage to City“ und beschreibt damit bereits ihre zentrale Idee. Ausgangspunkt ist nicht der Kontrast zwischen Land und Stadt, sondern deren fließender Übergang. Inspiriert vom britischen Stilverständnis verbindet die Kollektion traditionelle Materialien mit einer zeitgemäßen Silhouette und entwickelt daraus eine Garderobe, die sich ebenso selbstverständlich in den Bergen wie in europäischen Metropolen bewegt.

Walk, Cord, Tweed und Samt bilden das textile Fundament der Kollektion. Stoffe also, die seit Generationen für Langlebigkeit, Wärme und handwerkliche Qualität stehen. Doch statt historisch zu wirken, erhalten sie durch moderne Schnitte und raffinierte Proportionen eine neue Leichtigkeit. Klassischer Hahnentritt trifft auf florale Dessins, markante Karos auf ruhige Flächen, während unterschiedliche Texturen spannende Kontraste erzeugen. Die Kollektion spielt gekonnt mit Gegensätzen, ohne dabei ihre Harmonie zu verlieren. Auch die Farbwelt erzählt diese Geschichte weiter. Erdige Braun- und Beigetöne erinnern an Felsen, Holz und alpine Landschaften. Tiefes Grün und dunkles Blau verleihen der Kollektion Ruhe und Eleganz. Dazwischen setzen Ockergelb und Ziegelrot selbstbewusste Akzente, die den traditionellen Materialien überraschend viel Modernität verleihen. Die Farben wirken nie dekorativ, sondern scheinen unmittelbar aus der Natur Südtirols heraus entwickelt worden zu sein.

Bemerkenswert ist dabei vor allem die Haltung hinter der Kollektion. Während viele Modemarken heute Nachhaltigkeit vor allem über Kommunikation vermitteln, beginnt sie bei Luis Trenker bereits mit der Entwicklung der Produkte. Slow Fashion ist hier keine nachträgliche Botschaft, sondern Bestandteil des gesamten Produktionsprozesses. Die wichtigsten Stoffe entstehen in italienischen Webereien, rund 99 Prozent der Fertigung erfolgt innerhalb Europas. Kurze Transportwege, hochwertige Materialien und handwerkliche Verarbeitung gehören seit Jahren zum Selbstverständnis der Marke und wirken deshalb glaubwürdiger als viele nachträglich formulierte Nachhaltigkeitsversprechen.

Diese Konsequenz zeigt sich auch in der Gestaltung selbst. Die Kollektionen folgen nicht dem Prinzip kurzfristiger Trends, sondern orientieren sich an Kleidungsstücken, die über viele Jahre getragen werden können. Gerade diese zeitlose Qualität gewinnt heute an Bedeutung. Während Fast Fashion immer schneller neue Begehrlichkeiten erzeugt, wächst gleichzeitig das Interesse an Garderoben, die länger Bestand haben und sich nicht nach einer Saison überlebt anfühlen. Dass sich diese Philosophie wirtschaftlich behaupten kann, zeigt auch die Entwicklung des Unternehmens. Ausgehend vom Stammsitz in Bozen hat Luis Trenker sein Store-Netz kontinuierlich erweitert und ist heute unter anderem in München, Hamburg, Berchtesgaden, Wien, Salzburg, Innsbruck, Meran und Kitzbühel vertreten. Im Frühjahr 2026 kamen mit Düsseldorf und Keitum auf Sylt zwei weitere Standorte hinzu – ein Zeichen dafür, dass die Verbindung aus alpiner Identität und internationalem Design auch außerhalb der klassischen Bergregionen auf großes Interesse stößt.

Dabei trägt die Marke bis heute den Namen einer außergewöhnlichen Persönlichkeit. Luis Trenker war weit mehr als Bergsteiger oder Schauspieler. Als Regisseur, Autor und Abenteurer machte er Südtirol weit über die Alpen hinaus bekannt und verkörperte eine Haltung, die Weltoffenheit und Heimatverbundenheit nicht als Widerspruch verstand. Genau dieses Spannungsfeld prägt auch das heutige Label. Die Vergangenheit dient nicht als starres Vorbild, sondern als Inspirationsquelle für zeitgemäße Gestaltung. Vielleicht liegt genau darin die besondere Stärke der Marke. Während viele Kollektionen versuchen, möglichst aktuell zu wirken, interessiert sich Luis Trenker stärker für Beständigkeit als für den nächsten Trend. Die Entwürfe erzählen Geschichten über Landschaften, Materialien und Handwerk, ohne nostalgisch zu werden. Sie zitieren die alpine Kultur, ohne sie zu romantisieren, und übersetzen traditionelle Elemente in eine moderne Garderobe, die international funktioniert. Michi Klemera führt das Unternehmen bis heute mit derselben Leidenschaft, mit der er es 1995 gegründet hat – inzwischen gemeinsam mit seiner Tochter, die die nächste Generation der Marke mitgestaltet und neue Impulse einbringt.

Diese Haltung trifft einen Nerv der Gegenwart. In einer Zeit, in der Mode häufig austauschbar erscheint, gewinnen Marken mit einer klaren kulturellen Identität an Bedeutung. Kleidung wird wieder Ausdruck von Herkunft, Charakter und Haltung – nicht im Sinne regionaler Abgrenzung, sondern als bewusste Entscheidung für Qualität, Handwerk und Authentizität.

Mit „Nordic Calling – From Cottage to City“ gelingt Luis Trenker genau dieser Balanceakt. Die Kollektion verbindet britische Eleganz mit Südtiroler Seele, traditionelle Stoffe mit zeitgemäßem Design und handwerkliche Präzision mit moderner Lässigkeit. Das Ergebnis ist keine nostalgische Reise in die Vergangenheit, sondern eine zeitlose Interpretation alpiner Mode, die zeigt, dass echter Stil selten dort entsteht, wo jeder denselben Trends folgt, sondern dort, wo Herkunft zur Inspiration wird. Weitere Informationen unter Luis Trenker

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