Manche Gebäude warten Jahrzehnte auf ihre zweite Chance. Das weiße Haus am Strand von Hornbæk musste fast ein Jahrhundert darauf warten. Als Badehotel erbaut, später zum Krankenhaus umfunktioniert und über viele Jahre aus dem touristischen Gedächtnis verschwunden, kehrt die Ikone des dänischen Funktionalismus 2026 unter dem Namen CORI an ihren Ursprung zurück. Direkt an der Küste des Kattegats gelegen, zählt das markante Gebäude zu den bekanntesten Wahrzeichen der dänischen Riviera. Als Architekt Ole Falkentorp den Bau 1935 entwarf, war Hornbæk bereits ein beliebter Sommerort für Künstler, Intellektuelle und wohlhabende Kopenhagener, die der Stadt für einige Wochen entfliehen wollten. Die klaren Linien, die geschwungenen Formen und der charakteristische Turm verliehen dem Haus eine Modernität, die auch heute noch erstaunlich zeitgemäß wirkt. Jahrzehntelang blickte das Gebäude auf Strand, Meer und Hafen, während sich die Welt um es herum veränderte.
Genau diese Geschichte bildet heute die Grundlage für eines der spannendsten Hotelprojekte Skandinaviens. Statt einen Neubau an die Küste zu setzen, entschieden sich die Entwickler von COPI dafür, das historische Haus zu bewahren und gleichzeitig in eine neue Zeit zu führen. Die Transformation verfolgt dabei einen Ansatz, der in der Hotellerie selten geworden ist: Nicht die Größe oder der spektakulärste Spa-Bereich stehen im Mittelpunkt, sondern die Wiederbelebung eines Ortes mit Charakter.

Für die gestalterische Neuausrichtung holte man die Londoner Designerin Afroditi Krassa an Bord. Die Kreative hinter Projekten wie Dishoom, Curzon Cinemas oder zahlreichen internationalen Hotelkonzepten wollte bewusst kein nostalgisches Küstenhotel erschaffen. Statt maritimer Klischees oder skandinavischer Folklore setzt CORI auf eine zurückhaltende Eleganz, die internationale Resortkultur mit nordischer Gelassenheit verbindet. Licht, natürliche Materialien und die Nähe zum Meer bestimmen die Atmosphäre. Die historische Architektur bleibt sichtbar, wird jedoch durch zeitgenössisches Design ergänzt, das dem Haus eine neue Selbstverständlichkeit verleiht.

Mit 84 Zimmern, großzügigen Gemeinschaftsflächen, Spa, Wellnessbereich, Restaurant, Bar und Konferenzräumen versteht sich CORI als ganzjähriger Treffpunkt. Besonders wichtig ist dabei die Verbindung zum Ort. Das Erdgeschoss wird geöffnet, Terrassen und öffentliche Bereiche schaffen Übergänge zwischen Hotel, Stadt, Hafen und Strand. CORI möchte nicht als abgeschlossene Welt funktionieren, sondern als Teil des täglichen Lebens von Hornbæk. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Kulinarik. Für das Restaurant zeichnet Brian Mark Hansen verantwortlich, der über viele Jahre die Küche des renommierten Søllerød Kro geprägt hat. Seine Handschrift verbindet nordische Produkte mit internationalen Einflüssen und orientiert sich an den Jahreszeiten ebenso wie an der unmittelbaren Nähe zum Meer. Die Küche soll die Landschaft widerspiegeln, ohne in regionale Klischees zu verfallen.

Auch architektonisch bleibt die Transformation bemerkenswert. Das denkmalprägende Gebäude wurde mit großer Sorgfalt restauriert, zahlreiche Details erhalten und historische Elemente behutsam integriert. Gleichzeitig entstanden neue Bereiche, die den Anforderungen eines zeitgemäßen Fünf-Sterne-Hotels gerecht werden. So verbindet CORI Vergangenheit und Gegenwart auf eine Weise, die weder museal noch beliebig wirkt.
Dass das Hotel bereits vor seiner Eröffnung internationale Aufmerksamkeit auf sich zieht, überrascht kaum. Als erstes skandinavisches Küstenhotel wurde CORI in die renommierte Vereinigung The Leading Hotels of the World aufgenommen. Hinzu kommt die wachsende Faszination für die dänische Riviera, die außerhalb Skandinaviens noch immer als Geheimtipp gilt. Zwischen Kopenhagen, dem Louisiana Museum of Modern Art, den Stränden von Hornbæk und den Wäldern Nordseelands entsteht seit einigen Jahren eine neue Form des Reisens – entspannter als an der Côte d’Azur, stilbewusster als klassische Ferienorte und mit einer besonderen Nähe zur Natur.

Noch sind die Türen geschlossen, die letzten Details werden fertiggestellt und die ersten Gäste haben ihre Zimmer noch nicht bezogen. Doch schon jetzt deutet vieles darauf hin, dass CORI zu den spannendsten Hoteleröffnungen Skandinaviens des Jahres gehören könnte. Die Verbindung aus Architekturgeschichte, Küstenlage, internationalem Designanspruch und der Wiederbelebung eines fast vergessenen Wahrzeichens macht neugierig. Diese Geschichte ist deshalb zunächst eine Vorschau auf einen Ort, über den viel gesprochen wird. Wie sich CORI tatsächlich anfühlt, wird sich erst nach der Eröffnung zeigen. Wir sind jedenfalls gespannt – und werden berichten, sobald wir selbst dort waren. Weitere Informationen unter CORI Hornbæk Hotel und Leading Hotels of the World

