Im Bayerischen Hof beweist Schotten & Hansen, dass echte Nachhaltigkeit nicht im Ersetzen, sondern im Erhalten beginnt.
Luxus liebt das Neue. Neue Materialien, neue Konzepte, neue Oberflächen. Kaum etwas gilt in der Welt exklusiver Hotels als begehrter als eine umfassende Renovierung. Doch vielleicht liegt der eigentliche Luxus heute genau im Gegenteil. Nicht darin, Bestehendes auszutauschen, sondern ihm ein zweites Leben zu schenken. Genau diesen Gedanken verfolgt Schotten & Hansen im traditionsreichen Bayerischen Hof in München – und zeigt eindrucksvoll, dass Restaurierung längst zu den spannendsten Disziplinen zeitgenössischer Innenarchitektur gehört. Kaum ein Hotel steht so sehr für Münchens Geschichte wie der Bayerische Hof. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1841 empfängt das Haus Staatsgäste, Filmstars, Musiker und internationale Persönlichkeiten. Hinter den historischen Fassaden verändert sich das Hotel jedoch kontinuierlich. Zimmer werden modernisiert, neue Suiten entstehen und technische Standards entwickeln sich weiter. Die eigentliche Herausforderung besteht dabei nicht im Erneuern, sondern darin, den Charakter eines Hauses zu bewahren, dessen Identität über Generationen gewachsen ist.

Genau hier setzt die Arbeit von Schotten & Hansen an. Das bayerische Unternehmen gilt seit Jahrzehnten als Spezialist für hochwertige Holzoberflächen und maßgeschneiderte Innenausbauten. Statt Material vorschnell auszutauschen, verfolgt die Manufaktur einen Ansatz, der Handwerk, Materialverständnis und Nachhaltigkeit miteinander verbindet. Holz wird nicht als Verbrauchsmaterial verstanden, sondern als wertvolle Ressource, deren Geschichte erhalten werden sollte. Diese Haltung zeigte sich besonders bei einem außergewöhnlichen Restaurierungsprojekt innerhalb des Bayerischen Hofs. Mehr als 360 Quadratmeter stark beanspruchter Teakholzböden in Spa, im Fitnessbereich, in Treppenhäusern und im Restaurant der berühmten Blue Spa Terrasse hatten nach Jahren intensiver Nutzung deutliche Gebrauchsspuren entwickelt. Klassische Sanierungsmethoden stießen an ihre Grenzen. Das ursprünglich verbaute Teakholz stammt aus einer Holzart, die heute in dieser Qualität und Menge kaum noch verfügbar ist. Ein vollständiger Austausch hätte nicht nur erhebliche Kosten verursacht, sondern auch lange Betriebsausfälle bedeutet.
Stattdessen entschied sich Schotten & Hansen bewusst gegen den einfachen Weg. Nach einer umfassenden Analyse entwickelte das Unternehmen ein individuelles Restaurierungskonzept, das auf eigens entwickelten Öl-, Harz- und Wachsbehandlungen basiert. Ergänzt durch präzise Reparaturen und aufwendige Farbangleichungen entstand eine Oberfläche, die den ursprünglichen Charakter des Holzes bewahrt und gleichzeitig für die Anforderungen eines i nternationalen Luxushotels gerüstet ist. Bemerkenswert ist dabei weniger die Technik als die dahinterstehende Haltung. Während Nachhaltigkeit häufig mit neuen Materialien oder energieeffizienten Gebäuden verbunden wird, zeigt dieses Projekt eine andere Perspektive. Das nachhaltigste Material ist oft jenes, das bereits existiert. Holz speichert nicht nur CO₂, sondern trägt auch Erinnerungen in sich. Jede Maserung erzählt von Wachstum, jede Patina von gelebter Geschichte. Statt diese Spuren zu entfernen, werden sie bewusst weitergeführt.



Innerhalb weniger Tage gelang es dem Team, sämtliche Bodenflächen zu revitalisieren, ohne den Hotelbetrieb dauerhaft einzuschränken. Gleichzeitig entwickelte Schotten & Hansen ein individuelles Pflegekonzept und schulte das Housekeeping des Hotels im langfristigen Erhalt der Oberflächen. Restaurierung endet damit nicht mit der Fertigstellung eines Projekts, sondern wird Teil eines nachhaltigen Nutzungskonzepts. Parallel dazu entstand im Bayerischen Hof ein zweites Projekt, das den gestalterischen Anspruch des Unternehmens eindrucksvoll unterstreicht. Gemeinsam mit der Münchner Interior-Designerin Inés Gress wurde die Suite 225 vollständig neu interpretiert. Statt spektakulärer Effekte steht auch hier Materialität im Mittelpunkt.





Fast 300 Quadratmeter speziell entwickelten Oak Terra 2-Furniers prägen das Erscheinungsbild der Suite. Wände, Türen, Einbaumöbel und Küchenflächen gehen nahezu nahtlos ineinander über und schaffen eine ruhige, warme Atmosphäre, die weit über klassische Hotelausstattung hinausgeht. Das Holz wirkt nicht dekorativ, sondern architektonisch. Es definiert Räume, lenkt Licht und verleiht den klaren Linien eine natürliche Tiefe. Produziert wird jedes Furnier im eigenen Werk in Bayern. Durch eigens entwickelte Verfahren und natürliche Pigmentierungen lassen sich individuelle Farbwelten realisieren, die exakt auf Architektur und Interior Design abgestimmt werden können. Das Ergebnis ist keine standardisierte Oberfläche, sondern ein maßgeschneidertes Material, das jedes Projekt einzigartig macht.
Gerade in einer Zeit, in der viele Luxushotels auf austauschbare Perfektion setzen, entsteht dadurch eine bemerkenswerte Authentizität. Die Räume wirken nicht inszeniert, sondern gewachsen. Holz wird zum verbindenden Element zwischen Architektur, Einrichtung und Atmosphäre. Es erzeugt Wärme, ohne rustikal zu wirken, und Eleganz, ohne jemals kühl zu erscheinen. Schotten & Hansen verfolgt diesen Ansatz bereits seit der Gründung im Jahr 1984. Was einst als kleine Werkstatt für die Restaurierung historischer Möbel begann, entwickelte sich zu einem international gefragten Spezialisten für hochwertige Holzoberflächen. Heute arbeitet das Unternehmen mit renommierten Architekturbüros, Designstudios und Luxushotels weltweit zusammen. Projekte für Foster + Partners, Matteo Thun, Harrods, Fortnum & Mason oder die Firmdale Hotels zeigen, dass handwerkliche Präzision und nachhaltige Materialkonzepte längst zu den wichtigsten Qualitätsmerkmalen moderner Innenarchitektur gehören.
Dabei geht es nie allein um Holz. Es geht um den verantwortungsvollen Umgang mit einem der ältesten Baustoffe der Menschheit. Natürliche Harze, Wachse und Öle ersetzen synthetische Beschichtungen, maßgeschneiderte Pflegekonzepte verlängern die Lebensdauer der Oberflächen oft um Jahrzehnte. Schönheit entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch die Fähigkeit eines Materials, mit der Zeit würdevoll zu altern. Der Bayerische Hof wird so zu einem Sinnbild für einen neuen Luxusbegriff. Nicht spektakuläre Veränderungen stehen im Mittelpunkt, sondern Respekt vor Bestehendem. Räume erzählen ihre Geschichte weiter, Materialien gewinnen an Charakter und Handwerk erhält jene Bedeutung zurück, die es über Jahrhunderte selbstverständlich besaß.
Vielleicht liegt genau darin die Zukunft hochwertiger Innenarchitektur. Nicht im ständigen Ersetzen, sondern im bewussten Bewahren. Denn wahre Qualität erkennt man häufig nicht daran, wie neu etwas aussieht – sondern daran, wie schön es mit den Jahren wird. Weitere Informationen unter Schotten & Hansen

