Dresden wird häufig mit Barockarchitektur, Kunstsammlungen und Handwerkstradition verbunden. Weniger bekannt ist die junge Designszene, die sich zwischen Ateliers, Werkstätten, Galerien und unabhängigen Projekträumen entwickelt hat. Genau hier setzen die ersten Dresden Design Days an. Vom 21. bis 23. August 2026 verwandelt sich die Stadt in ein offenes Forum für Gestaltung, Materialexperimente und kreative Perspektiven.Das neue Festival verzichtet bewusst auf eine zentrale Messehalle. Stattdessen verteilt sich das Programm über verschiedene Orte in der Stadt und macht Design dort erlebbar, wo kulturelles Leben stattfindet. Neun kuratierte Ausstellungen bespielen unter anderem die Alte Markthalle in der Neustadt, die Gallery Goldene Pforte, das C.Rockefeller Centre sowie die Design Werkstatt Dresden. Jeder Ort bringt seine eigene Atmosphäre mit und schafft einen anderen Zugang zu den gezeigten Arbeiten.
Im Mittelpunkt stehen Begegnungen zwischen etablierten Designerinnen und Designern, jungen Talenten sowie interdisziplinären Projekten. Möbelentwürfe stehen neben Materialforschung, handwerkliche Techniken neben experimentellen Ansätzen. Dabei geht es nicht allein um schöne Objekte, sondern um die Ideen, Prozesse und Fragestellungen, die hinter ihnen stehen. Wie werden neue Materialien entwickelt? Welche Rolle kann Gestaltung in gesellschaftlichen Veränderungen spielen? Und wie beeinflusst Design die Art, wie Menschen leben, arbeiten und kommunizieren? Die Dresden Design Days verstehen Design als Teil des Alltags und nicht als abgeschlossene Disziplin. Entsprechend breit ist das thematische Spektrum. Es reicht von zeitgenössischem Handwerk und Collectible Design über Forschungsprojekte bis hin zu Arbeiten, die sich mit kulturellen, sozialen und ökologischen Themen auseinandersetzen. Besucherinnen und Besucher erwartet keine klassische Produktschau, sondern eine Entdeckungsreise durch unterschiedliche Denkweisen und gestalterische Ansätze.
Gerade diese Offenheit macht den besonderen Reiz des Festivals aus. Fachpublikum trifft auf neugierige Stadtbewohner, Studierende auf erfahrene Gestalter, lokale Initiativen auf internationale Positionen. Zwischen Ausstellungen, Gesprächen und spontanen Begegnungen entsteht ein Format, das den Austausch in den Mittelpunkt rückt und neue Verbindungen schafft. Initiiert wurden die Dresden Design Days von einem Netzwerk aus Kreativen rund um Ole Müller, Alima Wassermann, Anna Weiß, Lionel Otto, Sabine Boger und Kolja Kirsch. Ihr Ziel ist es, Dresden als Ort zeitgenössischer Gestaltung sichtbarer zu machen und gleichzeitig ein Festival zu etablieren, das nahbar, offen und in der Stadt verankert bleibt. Während viele Designveranstaltungen auf Größe und internationale Strahlkraft setzen, konzentrieren sich die Dresden Design Days auf Inhalte, Orte und Menschen. Genau darin liegt ihre Stärke. Das Festival lädt dazu ein, Gestaltung nicht nur zu betrachten, sondern im Kontext der Stadt zu erleben – zwischen historischer Kulisse, kreativer Gegenwart und neuen Ideen für die Zukunft.
Weitere Informationen unter Dresden Design Days Foto © Alex Lohmann | Stuhl (r): Julius Esser | Hantel: Maresa Mayr

