Über 100 Jahre Strickgeschichte, ein neuer Flagship-Store und eine ziemlich gute Adresse: MAERZ MUENCHEN eröffnet in den Fünf Höfen seine erste eigene Boutique. Für die Münchner Traditionsmarke beginnt damit ein neues Kapitel. Zwischen feinem Strick, familiärer Unternehmergeschichte und einer neuen Generation an der Spitze zeigt sich, wie viel Gegenwart in einer Marke mit über einem Jahrhundert Geschichte stecken kann. München hat ein besonderes Verhältnis zu seinen Traditionshäusern. Man kennt ihre Namen, verbindet Erinnerungen mit ihnen, manchmal sogar ganze Generationen. Doch Tradition allein füllt keine Schaufenster. Sie muss neugierig bleiben, sich gelegentlich neu erfinden und vor allem dort präsent sein, wo das Leben stattfindet. MAERZ MUENCHEN hat sich dafür einen der prominentesten Orte der Stadt ausgesucht: die Fünf Höfe. Zwischen internationaler Mode, zeitgenössischer Architektur und Münchner Stadtleben hat die Strickmarke im Oktober ihren ersten Flagship-Store eröffnet.






Rund 60 geladene Gäste aus der Modebranche, der Presse und dem Umfeld des Unternehmens waren zur offiziellen Eröffnung gekommen. Geschäftsführer Louis Bezner begrüßte die Gesellschaft mit einer Ansprache, bevor er das symbolische Band durchschnitt. Ein klassisches Ritual für einen durchaus bemerkenswerten Schritt: Nach mehr als einem Jahrhundert erhält MAERZ MUENCHEN erstmals einen eigenen Flagship-Store. Die Geschichte der Marke reicht bis ins Jahr 1920 zurück, als hochwertige Strickwaren noch vor allem mit handwerklicher Präzision und funktionaler Eleganz verbunden wurden. Über die Jahrzehnte entwickelte sich MAERZ MUENCHEN zu einem Spezialisten für feine Garne, sorgfältige Verarbeitung und langlebige Kleidungsstücke. Pullover, Cardigans und klassische Strickmodelle bilden bis heute das Fundament der Kollektionen. Dahinter steht ein Qualitätsverständnis, das sich in einer schnelllebigen Modewelt erstaunlich zeitgemäß anfühlt.
Denn Strick hat sein etwas braves Image längst abgelegt. Auf internationalen Laufstegen gehören raffinierte Strukturen, luxuriöse Garnmischungen und entspannte Silhouetten zum festen Repertoire. Knitwear ist heute ebenso selbstverständlich Teil einer modernen Businessgarderobe wie eines lässigen Alltagslooks. Ein feiner Pullover zum Anzug, ein großzügig geschnittener Cardigan über einem Kleid oder ein klassischer Rundhalspullover zur Lieblingsjeans: Vieles funktioniert gerade deshalb, weil es nicht kompliziert sein muss. MAERZ MUENCHEN setzt dabei auf seine gewachsene Expertise. Hochwertige Materialien, europäische Fertigung und eine zeitgemäße Designsprache prägen die Kollektionen. Der eigene Claim „Knitted for life“ bringt den Anspruch auf den Punkt. Gemeint sind Kleidungsstücke, die über einzelne Saisons hinaus getragen werden können und deren Wert sich nicht allein an ihrem Neuheitsgrad misst.








Mit dem neuen Store erhält diese Philosophie eine eigene Bühne. Bislang war MAERZ MUENCHEN vor allem über den Handel präsent. Nun kann das Unternehmen selbst bestimmen, wie seine Kollektionen inszeniert werden und welche Atmosphäre die Marke umgibt. Gerade bei Strickwaren spielt das unmittelbare Erleben eine entscheidende Rolle. Die Weichheit eines Garns, die Struktur eines Maschenbildes oder der Fall eines Materials lassen sich auf Bildern nur bedingt vermitteln. Man muss sie anfassen, anprobieren und im besten Fall sofort tragen wollen. Auch die Adresse ist bewusst gewählt. Die Fünf Höfe gehören zu den architektonisch interessantesten Einkaufsquartieren Münchens. Das von Herzog & de Meuron maßgeblich gestaltete Ensemble verbindet historische Bausubstanz mit moderner Architektur, Kunst und internationalem Einzelhandel. Begrünte Innenhöfe, großzügige Passagen und ungewöhnliche räumliche Perspektiven machen einen Besuch auch unabhängig vom Shopping interessant. Für MAERZ MUENCHEN bedeutet der neue Standort eine sichtbare Präsenz im Zentrum jener Stadt, deren Namen die Marke trägt.
Eine wichtige Rolle in dieser Entwicklung spielt Louis Bezner. Der Geschäftsführer gehört zu einer Unternehmerfamilie, die seit Generationen eng mit der deutschen Bekleidungsindustrie verbunden ist. Sein Vater Mark Bezner führt den Hemdenhersteller OLYMP und ist zugleich Gesellschafter von MAERZ MUENCHEN. Damit treffen zwei Unternehmen aufeinander, deren Erfahrung in unterschiedlichen Bereichen der hochwertigen Bekleidung gewachsen ist. Louis Bezner steht nun vor der Aufgabe, das Profil der Strickmarke weiter zu schärfen und neue Kundengruppen anzusprechen. Wie eng die Verbindungen innerhalb der Branche sind, zeigte sich auch beim Eröffnungsabend. Unter den Gästen befanden sich neben Mitgliedern der Familie Bezner unter anderem Mike Gründel von MAERZ MUENCHEN, Markus Höhn, Geschäftsführer von Lodenfrey, sowie Silke Emig von der TextilWirtschaft. Für die kulinarische Begleitung sorgten die Food Artists von eeeat, deren kreative Küche dem Abend einen angenehm ungezwungenen Charakter verlieh.




Dass MAERZ MUENCHEN gerade jetzt in eine eigene Verkaufsfläche investiert, ist durchaus bemerkenswert. Der stationäre Modehandel verändert sich, digitale Vertriebswege gewinnen weiter an Bedeutung, und die Ansprüche an Einkaufserlebnisse steigen. Umso interessanter sind Konzepte, die nicht allein auf Größe oder spektakuläre Inszenierungen setzen, sondern auf ein klares Sortiment und persönliche Beratung. Für eine spezialisierte Premiummarke kann genau diese Konzentration von Vorteil sein. Hinzu kommt ein verändertes Bewusstsein für den eigenen Kleiderschrank. Die Frage, wie häufig ein Kleidungsstück tatsächlich getragen wird, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ein hochwertiger Pullover, der auch nach Jahren noch gefällt, besitzt eine andere Qualität als ein kurzfristiger Trendkauf. Das bedeutet nicht, auf modische Experimente verzichten zu müssen. Es bedeutet lediglich, bewusster auszuwählen.
In den Fünf Höfen lässt sich diese Idee nun ganz unmittelbar erleben. Zwischen feinen Garnen, klassischen Silhouetten und neuen Kollektionen hat eine Münchner Marke ihren eigenen Platz gefunden. Am Eröffnungsabend wurde darauf angestoßen, diskutiert und gefeiert. Louis Bezner durchschnitt das Band, die Gäste entdeckten den Store, und aus einem traditionsreichen Namen wurde ein neuer Nachbar mitten in der Stadt.

