Alle drei Jahre wird Hamburg zu einem Ort, an dem Fotografie weit mehr ist als ein künstlerisches Medium. Die Triennale der Photographie bringt Künstler, Kuratoren, Sammler und Kulturinteressierte aus aller Welt zusammen und macht die Hansestadt für mehrere Monate zum Zentrum eines internationalen Dialogs über Bilder, Gesellschaft und Zeitgeschichte. Die neunte Ausgabe des Festivals steht unter dem Leitmotiv „Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other“ und widmet sich Fragen nach Verbundenheit, Verantwortung und den Beziehungen zwischen Menschen in einer zunehmend komplexen Welt. In diesem Kontext entsteht eine besondere Zusammenarbeit zwischen den Deichtorhallen Hamburg, der Künstlerin Jasmina Cibic und WhiteWall. Gemeinsam präsentieren sie eine limitierte Edition, die zeitgenössische Kunst, politische Erinnerung und fotografische Exzellenz miteinander verbindet.
Die Triennale der Photographie Hamburg wurde 1999 von dem Fotografen, Sammler und Kulturförderer F.C. Gundlach ins Leben gerufen. Was einst als ambitionierte Initiative begann, hat sich längst zu einem der wichtigsten Fotofestivals Europas entwickelt. Alle drei Jahre vereinen sich die bedeutendsten Kulturinstitutionen der Stadt unter einem gemeinsamen Thema und schaffen einen Rahmen für internationale Positionen, aktuelle Debatten und neue Perspektiven. Die Triennale versteht Fotografie nicht als isolierte Kunstform, sondern als Medium, das gesellschaftliche Entwicklungen sichtbar macht und Diskussionen anstößt. Genau dieser Anspruch prägt auch die Ausgabe 2026. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Bilder dazu beitragen können, Beziehungen zu verstehen, Erinnerung zu bewahren und Verantwortung zu reflektieren.



Eine zentrale Rolle innerhalb dieses kulturellen Netzwerks spielen die Deichtorhallen Hamburg. Mit ihren drei Häusern – der Halle für aktuelle Kunst, dem Haus der Photographie und der Sammlung Falckenberg – zählen sie zu den größten Ausstellungshäusern für zeitgenössische Kunst und Fotografie in Europa. Auf rund 10.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche entstehen hier regelmäßig Projekte von internationalem Rang. Die historische Architektur der ehemaligen Markthallen bildet einen spannenden Kontrast zu den oftmals hochaktuellen Inhalten der Ausstellungen. Zwischen Speicherstadt, HafenCity und dem Kreativquartier Oberhafen gelegen, gehören die Deichtorhallen heute zu den wichtigsten kulturellen Wahrzeichen Hamburgs.
Vor diesem Hintergrund erhält die Zusammenarbeit mit WhiteWall eine besondere Bedeutung. Seit mehreren Jahren begleitet das Unternehmen die Deichtorhallen als Produktionspartner und trägt dazu bei, Ausstellungen in höchster fotografischer Qualität umzusetzen. Für die Triennale 2026 wird diese Kooperation um eine exklusive Edition erweitert. Das Projekt verfolgt die Idee, Kunst nicht ausschließlich im Museum zu zeigen, sondern sie auch in den privaten Raum zu bringen. Es schafft eine Verbindung zwischen institutioneller Ausstellung und persönlicher Sammlung und ermöglicht es, einen Teil der Triennale dauerhaft erfahrbar zu machen.
Im Mittelpunkt steht die slowenische Künstlerin und Filmemacherin Jasmina Cibic. Ihr Werk bewegt sich zwischen Film, Fotografie, Installation und Performance und untersucht seit Jahren die Rolle von Kunst und Kultur als Instrumente politischer Macht. Dabei interessiert sie weniger die offensichtliche politische Botschaft als die subtilen Mechanismen, mit denen Staaten Identitäten formen, Ideale vermitteln und Vorstellungen von Zugehörigkeit erzeugen. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Museum of Modern Art in New York, im Museum der Moderne Salzburg, im BALTIC Centre for Contemporary Art, im macLYON sowie auf der Biennale von Venedig gezeigt, wo sie Slowenien vertreten hat. International gilt sie als eine der spannendsten Stimmen einer Generation von Künstlerinnen, die historische Narrative neu befragen und deren Bedeutung für die Gegenwart sichtbar machen.

Cibic selbst betrachtet ihre Fotografien nicht als einzelne Bilder, sondern als Fragmente einer größeren Erzählung. In ihrer Arbeit dienen sie häufig dazu, flüchtige Situationen festzuhalten, die in Zusammenarbeit mit Archiven, Museen oder Institutionen entstehen. Die Fotografien dokumentieren dabei nicht nur einen Moment, sondern auch die Prozesse, Gespräche und Verhandlungen, die ihrer Entstehung vorausgehen. Kunst wird so zu einem Werkzeug, um Machtstrukturen sichtbar zu machen und gleichzeitig zu hinterfragen. Für die Künstlerin besitzen Bilder ein Eigenleben. Sie entstehen an Orten, die oft von Kontrolle, Repräsentation und politischen Interessen geprägt sind, und entwickeln anschließend ihre eigene Wirkung. Genau diese Spannung zwischen künstlerischer Freiheit und institutioneller Ordnung zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Werk.
Für die Edition greift Cibic auf ihre Serie „The Gallery of the Non-Aligned“ aus dem Jahr 2023 zurück. Ausgangspunkt ist ein außergewöhnlicher Archivbestand: die Sammlung der Non-Aligned-Bewegung. Während des Kalten Krieges entstand ein Zusammenschluss von Staaten, die sich weder dem westlichen noch dem östlichen Machtblock anschließen wollten. Länder aus Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika entwickelten die Vision einer unabhängigen, solidarischen und multipolaren Weltordnung. Die Bewegung verstand sich als Alternative zu den dominierenden politischen Ideologien ihrer Zeit und formulierte Hoffnungen auf Gleichberechtigung, kulturellen Austausch und internationale Zusammenarbeit. Viele dieser Ideen erscheinen heute überraschend aktuell. Gleichzeitig sind zahlreiche dieser Visionen aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden. Genau an diesem Punkt setzt Cibics Arbeit an. Sie fragt danach, welche gesellschaftlichen Möglichkeiten verloren gehen, wenn historische Alternativen vergessen werden.


Die Fotografien der Serie zeigen ausschließlich weibliche Skulpturenformen. Köpfe, Büsten und Torsi treten vor intensiv farbigen Hintergründen in Erscheinung und erinnern an nationale Symbole, Flaggen oder politische Ikonografien. Auf den ersten Blick besitzen die Werke eine beinahe feierliche Schönheit. Doch bei genauerer Betrachtung werden Spuren von Verfall sichtbar. Mottenfraß, Korrosion und Alterungsprozesse durchziehen die Oberflächen. Die Bilder verweisen auf die Tradition der Vanitas-Malerei und erinnern daran, dass selbst die größten politischen Visionen vergänglich sein können. Schönheit und Zerbrechlichkeit existieren gleichzeitig. Gerade diese Spannung macht die Arbeiten so eindringlich. Sie erzählen von Hoffnung und Verlust, von Erinnerung und Vergessen, von Idealen und ihrer Fragilität.
Das Editionsmotiv trägt den Titel „The Gallery of the Non-Aligned (Author Unknown – Female Head, a Gift from the Ambassador of Nigeria J.D.O. Sakoya)“. Es erscheint in zwei exklusiven Ausführungen und verbindet die künstlerische Aussage mit außergewöhnlicher handwerklicher Qualität. Die erste Variante wird als Fine-Art-Pigmentdruck hinter mattem Acrylglas präsentiert und in einer ArtBox aus Nussbaum gerahmt. Die Kombination erzeugt eine beeindruckende Tiefenwirkung und verbindet museale Anmutung mit zeitgenössischem Design. Die zweite Variante erscheint als Fine-Art-Print auf Hahnemühle Photo Rag Papier. Das Künstlerpapier aus hundert Prozent Baumwolle ist für seine samtige Oberfläche, seine außergewöhnliche Detailgenauigkeit und seine archivische Qualität bekannt. Beide Editionen sind auf jeweils einhundert Exemplare limitiert und werden mit einem nummerierten und signierten Echtheitszertifikat ausgeliefert.
Gerade in einer Zeit, in der Bilder vor allem digital konsumiert werden, erhält die Materialität solcher Arbeiten eine neue Bedeutung. Ein hochwertiger Druck besitzt Gewicht, Präsenz und Dauerhaftigkeit. Papier, Rahmung und Oberflächenstruktur werden Teil der Wahrnehmung. WhiteWall hat sich genau auf diesen Bereich spezialisiert. Das Unternehmen gilt heute als eines der führenden Premium-Fotolabore weltweit und arbeitet mit professionellen Fotografen, Museen, Galerien und Sammlern auf internationaler Ebene zusammen. Mehrere TIPA World Awards sowie der German Design Award unterstreichen den Anspruch, technologische Innovation und handwerkliche Präzision miteinander zu verbinden. Produziert wird im über 10.000 Quadratmeter großen Profi-Labor in Frechen bei Köln, von wo aus Arbeiten in mehr als sechzig Länder versendet werden.
Bei einem Besuch der Produktionsanlagen zeigte sich Jasmina Cibic beeindruckt von der Größe und Lebendigkeit des Standorts. In einer Zeit, in der vielerorts fotografische Labore verschwinden und kreative Infrastruktur unter Druck gerät, empfand sie die Begegnung mit den Produktionsprozessen als überraschend optimistisch. Besonders die Zusammenarbeit zwischen Technikern, Produzenten und Künstlern hinterließ Eindruck. Für sie ist die Zukunft der Fotografie untrennbar mit solchen Orten verbunden, an denen Wissen, Handwerk und Innovation zusammenkommen. Ihren Eindruck von WhiteWall fasste sie mit einem Satz zusammen, der gleichermaßen humorvoll wie treffend klingt: „Disneyland trifft Perfektionismus.“
Die Edition von Jasmina Cibic ist deshalb weit mehr als ein Sammlerobjekt. Sie ist eine Einladung, über Geschichte, politische Vorstellungen und kulturelle Erinnerung nachzudenken. Sie macht sichtbar, dass Kunst nicht nur dokumentiert, sondern Fragen stellt. Vor allem aber erinnert sie daran, dass Ideen auch dann weiterwirken können, wenn die Welt, in der sie entstanden sind, längst vergangen ist. Manche Visionen verschwinden aus den Schlagzeilen, aus Archiven oder aus dem öffentlichen Bewusstsein. In Bildern können sie jedoch weiterleben – und vielleicht gerade deshalb neue Aktualität gewinnen. Weitere Informationen unter WhiteWall

