Ausgerechnet Wasser ist zum Luxusproblem der Kosmetik geworden. Jahrzehntelang genügte es, einer Creme „Feuchtigkeit“ auf die Verpackung zu schreiben, ein wenig Hyaluronsäure hineinzurühren und den Rest einer hoffnungsvollen Haut zu überlassen. Inzwischen ist Hydration eine Wissenschaft mit Molekülgrößen, Barrierefunktionen und klinischen Messwerten. Das klingt weniger romantisch als sizilianische Olivenhaine, ist aber vermutlich die interessantere Entwicklung. Denn Haut braucht nicht möglichst viel Pflege. Sie braucht die Richtige am richtigen Ort.
IRENE FORTE bringt mit dem Triple Level Hyaluronic Serum und der Olive Hydrating Eye Cream zwei Produkte zusammen, die genau an diesem Punkt ansetzen. Das eine konzentriert sich auf die Feuchtigkeitsversorgung von Gesicht, Hals und Dekolleté, das andere auf jene wenigen Quadratzentimeter rund um die Augen, an denen Schlafmangel, trockene Heizungsluft und lange Tage erstaunlich zuverlässig ihre Spuren hinterlassen. Statt daraus ein kompliziertes Ritual mit sieben Schritten zu bauen, bleibt die Sache erfreulich übersichtlich: Serum, Augencreme, anschließend die gewohnte Pflege.


Dass Hyaluronsäure längst zu den großen Dauerbrennern der Kosmetik gehört, macht ihre Verwendung nicht automatisch banal. Entscheidend ist ihre Molekülgröße. Genau hier setzt das Triple Level Hyaluronic Serum an. Seine Formulierung kombiniert Hyaluronsäure mit hohem, niedrigem und extrem niedrigem Molekulargewicht. Dahinter steckt die Idee, unterschiedliche Bereiche der Haut anzusprechen, statt lediglich einen kurzfristigen Film auf ihrer Oberfläche zu erzeugen. Laut klinischen Untersuchungen polstert das Serum die Haut unmittelbar auf und versorgt sie bis zu zwölf Stunden mit Feuchtigkeit. Trockenheitsbedingte Spannungsgefühle sollen dadurch reduziert, kleine Linien optisch geglättet werden.
Bemerkenswert ist dabei weniger das Versprechen eines spektakulären Vorher-nachher-Moments als die Konzentration auf eine ziemlich elementare Aufgabe. Gut hydratisierte Haut wirkt glatter, praller und reflektiert Licht gleichmäßiger. Vieles von dem, was die Beauty-Industrie gern unter dem etwas überstrapazierten Begriff „Glow“ verkauft, beginnt schlicht mit ausreichend Wasser in der Haut. Rosenextrakt ergänzt die drei Hyaluronsäuren des Serums, die Textur ist leicht und so angelegt, dass sie schnell einzieht. Kein klebriger Film, kein kosmetisches Eigenleben unter Make-up oder Creme. Ein bis zwei Tropfen reichen morgens oder abends für Gesicht, Hals und Dekolleté.


Während das Serum Fläche macht, wird die Olive Hydrating Eye Cream präziser. Die Haut rund um die Augen ist dünner als in vielen anderen Gesichtspartien und besitzt weniger Talgdrüsen. Entsprechend schnell reagiert sie auf Feuchtigkeitsverlust. Das erklärt auch, weshalb ein anstrengender Abend am nächsten Morgen ausgerechnet dort seine Quittung präsentiert. Feine Linien, Schatten und Schwellungen sind nicht zwingend Zeichen dramatischer Alterungsprozesse; manchmal ist die Haut schlicht durstig.
Für die Augencreme verbindet IRENE FORTE ihren Penta-Phyto-Komplex mit Provitamin B5 beziehungsweise Panthenol, Vitamin B3 in Form von Niacinamid, Hyaluronsäure, Aloe-Blattsaft und Jojobaöl. Hinzu kommen Olivenölfraktionen und upgecyceltes Olivenkernöl. Letzteres ist mehr als eine hübsche mediterrane Fußnote. Upcycling bedeutet hier, einen Bestandteil weiterzuverwenden, der bei der Verarbeitung von Oliven andernfalls kaum Beachtung finden würde. In einer Branche, die lange erstaunlich großzügig mit Ressourcen umging, ist das zumindest ein vernünftiges Detail.
Oliven spielen bei IRENE FORTE ohnehin keine Nebenrolle. Die Marke greift auf mediterrane Inhaltsstoffe zurück, viele davon aus der Umgebung des eigenen Bio-Bauernhofs in Sizilien. Das könnte schnell in jene vertraute Erzählung aus Sonne, Erde und handgepflückten Pflanzen abrutschen, mit der sich Kosmetik gern einen Hauch von Ferienhaus zulegt. Interessanter wird es dort, wo traditionelle Rohstoffe auf moderne Formulierungsarbeit treffen. Die Olive steht dann nicht als folkloristisches Dekor im Badezimmer, sondern wird über ihre unterschiedlichen Bestandteile kosmetisch nutzbar gemacht.

Bei der Olive Hydrating Eye Cream soll diese Kombination klinisch nachweisbar den Feuchtigkeitsgehalt der Haut erhöhen und feine Linien und Falten glätten. Gleichzeitig zielt die Formulierung auf das Erscheinungsbild von Augenringen und Schwellungen. Gerade bei Augenpflege ist Zurückhaltung bei großen Versprechen sinnvoll: Keine Creme ersetzt Schlaf, verändert Knochenstruktur oder lässt genetisch bedingte Schatten verschwinden. Eine gut formulierte Pflege kann jedoch Trockenheit reduzieren, die Hautoberfläche geschmeidiger erscheinen lassen und damit dafür sorgen, dass die Partie weniger erschöpft aussieht. Das Produkt wurde augenärztlich getestet und ist laut Hersteller auch für empfindliche Augen geeignet.
Auffällig ist außerdem, was in beiden Produkten nicht steckt. IRENE FORTE verzichtet unter anderem auf Duftstoffe, Silikone, Parabene, Phthalate, SLS und SLES, künstliche Farbstoffe, ätherische Öle sowie tierische Inhaltsstoffe. Bei einer Augencreme ist insbesondere der Verzicht auf Parfum und ätherische Öle keine schlechte Nachricht. Die empfindlichste Partie des Gesichts braucht schließlich nicht auch noch ein olfaktorisches Unterhaltungsprogramm.
In der Anwendung bleiben beide Produkte angenehm unspektakulär. Das Triple Level Hyaluronic Serum kommt nach Reinigung und Gesichtswasser auf Gesicht, Hals und Dekolleté und wird anschließend von Augen- und Feuchtigkeitscreme ergänzt. Wer die Augenpartie intensiver versorgen möchte, kann das Serum dort ebenfalls als erste Schicht verwenden. Von der Olive Hydrating Eye Cream genügt eine Pumpmenge, die mit dem Ringfinger sanft eingeklopft und anschließend vorsichtig einmassiert wird. Überschüsse können auf Lippen und Lippenkontur verteilt werden – ein kleiner Nebenschauplatz, der durchaus Sinn ergibt, weil auch diese Haut schnell trocken und faltig wirkt.
Mit 130 Euro für 15 Milliliter beim Triple Level Hyaluronic Serum und 101 Euro für 15 Milliliter bei der Olive Hydrating Eye Cream bewegt sich das Duo eindeutig im oberen Preissegment. Umso wichtiger ist, dass hier nicht mit möglichst vielen exotischen Ingredienzen um Aufmerksamkeit gerungen wird. Die Formeln konzentrieren sich auf Hydration, unterschiedliche Hyaluronsäuren und eine überschaubare Auswahl ergänzender Wirkstoffe.
Vielleicht ist genau das inzwischen der eigentliche Luxus im Badezimmer: nicht noch ein Produkt, das behauptet, innerhalb von vier Wochen das Gesicht neu zu erfinden. Sondern zwei Formulierungen, die wissen, wofür sie zuständig sind. Die eine liefert Feuchtigkeit über drei Molekülgrößen, die andere kümmert sich um eine besonders anspruchsvolle Partie. Kein kosmetisches Großtheater, keine Wundererzählung. Nur eine ziemlich ausgefeilte Antwort auf ein erstaunlich simples Problem: Haut hat Durst. Weitere Informationen unter IRENE FORTE

