Es beginnt nicht mit einem Look, sondern mit einem Impuls. Bewegung, Energie, ein Körper in Aktion. Seit jeher versteht Bikkembergs Mode nicht als statisches System, sondern als etwas, das aus Dynamik entsteht. Die Frühjahr/Sommer-Kollektion 2026 knüpft genau hier an und übersetzt diese Idee in eine Garderobe, die weniger über Trends funktioniert als über Rhythmus, über Tempo, über ein Gefühl von permanenter Veränderung. Zwischen Stadt und Reise, Struktur und Freiheit entsteht ein Bild von Männlichkeit, das sich nicht festlegt, sondern offen bleibt. Silhouetten reagieren auf Bewegung, Materialien arbeiten mit dem Körper, statt ihn einzuengen. Kleidung wird zu etwas, das sich dem Alltag anpasst, nicht umgekehrt. Es geht um Übergänge, um Momente zwischen Funktion und Ausdruck, um Stücke, die sich nicht festschreiben lassen, sondern sich im Tragen verändern. Genau darin liegt eine Qualität, die sich nicht sofort erschließt, sondern sich erst im Gebrauch zeigt. Diese Kollektion erklärt sich nicht – sie funktioniert.






Die Kollektion ist bewusst zweigeteilt und folgt dennoch einer klaren Linie. Die Pre-Collection setzt auf Präzision: reduzierte Formen, kontrollierte Farben, Materialien, die Struktur geben, ohne schwer zu wirken. Leichte Nylonjacken treffen auf weiche Strickteile, formellere Elemente werden neu gelesen und mit sportlichen Komponenten kombiniert. Es entsteht ein urbaner Look, der sich nicht über Lautstärke definiert, sondern über Balance. Nähte, Oberflächen, Übergänge – alles ist durchdacht, aber nie ausgestellt. Anders die Main Collection, die diese Ruhe bewusst aufbricht und eine andere Energie hineinbringt. Hier wird Reise zum Ausgangspunkt, nicht als Ziel, sondern als Zustand. Grafische Muster, Zweifarbigkeit, florale Prints mit tropischer Referenz treffen auf eine Farbpalette, die zwischen gedeckten Tönen und klaren Akzenten oszilliert. Silhouetten werden weiter, fließender, offener. Materialien bleiben leicht, flexibel, beweglich. Bedruckte Hemden, grafische T-Shirts, funktionale Jacken und entspannte Hosen greifen ineinander und schaffen ein System, das sich jederzeit neu kombinieren lässt. Es geht nicht um einzelne Looks, sondern um das Zusammenspiel, um eine Garderobe, die sich verändert, je nachdem, wie sie getragen wird. Dabei entsteht ein Spannungsfeld zwischen Struktur und Freiheit, das die Kollektion trägt, ohne sich aufzudrängen.






Der Soccer-Sneaker ist das prägende Element der Kollektion. Seit den 1990er-Jahren ist er Teil der DNA von Bikkembergs, entstanden aus der Nähe zum Sport und einer Zeit, in der Mode begann, sich stärker mit Körperlichkeit auseinanderzusetzen. Dass Dirk Bikkembergs seine Shows in Fußballstadien verlegte und später selbst einen Club übernahm, war kein kalkulierter Effekt, sondern Ausdruck einer Idee, die bis heute nachwirkt. Mode sollte näher an die Realität, direkter, physischer, weniger distanziert sein. Der Relaunch dieses Sneakers greift genau das wieder auf. Neue Materialien, präzisere Proportionen, eine überarbeitete Linienführung, die das Original nicht kopiert, sondern weiterentwickelt.






Die Farbwelt bewegt sich zwischen neutralen Nuancen und klaren Akzenten wie Himmelblau oder Rot, ohne ins Dekorative zu kippen. Die Zusammenarbeit mit Gosha Rubchinskiy hat diese Entwicklung bereits angestoßen und den Sneaker in einen neuen Kontext gesetzt. Jetzt wird diese Bewegung konsequent fortgeführt und in die gesamte Kollektion übersetzt. Einflüsse der frühen 2000er sind erkennbar, werden jedoch nicht reproduziert, sondern neu gelesen.



Y2K erscheint hier nicht als nostalgische Referenz, sondern als Teil einer Entwicklung, in der Sport, Stil und Alltag längst ineinander übergehen. Kleidung folgt keinen festen Kategorien mehr, sondern reagiert auf Situationen. Genau darin liegt die Stärke dieser Kollektion: Sie denkt nicht in Looks, sondern in Bewegung. Und aus dieser Konsequenz entsteht eine visuelle Sprache, die über einzelne Saisons hinaus Bestand hat – ruhig, klar und präzise. Weitere Informationen unter Bikkembergs

