Die Augenpartie hat einen ziemlich schlechten Arbeitsvertrag. Sie soll Schlafmangel, Bildschirmstunden, trockene Luft, Sonne und gelegentlich auch den dritten Drink am Vorabend diskret wegstecken – und dabei möglichst aussehen, als sei nichts davon passiert. Ausgerechnet dort ist die Haut besonders dünn und entsprechend wenig talentiert darin, schlechte Tage geheimzuhalten. Kein Wunder also, dass zwei unscheinbare Hydrogel-Augenpads inzwischen zur festen Besetzung vieler Badezimmerschränke gehören.
Mit einem neuen Produkt nimmt sich Prof. Dr. Steinkraus genau dieser Zone an. Transparent, kühlend und so konzipiert, dass sie während der Anwendung fest auf der Haut bleiben, sollen sie intensive Feuchtigkeit liefern, feine Linien glätten und müde wirkende Augenpartien frischer erscheinen lassen. Besonders angenehm: Für den Effekt muss niemand eine halbe Stunde regungslos auf dem Sofa liegen. Die Pads haften so unauffällig, dass Schreibtisch, Frühstück oder ein Video-Call nebenbei durchaus möglich bleiben.

Ihre eigentliche Arbeit erledigt eine komplexe Gelstruktur, die Feuchtigkeit an die Haut abgibt und gleichzeitig als Träger für eine Reihe bekannter Wirkstoffe dient. Dazu gehören Panthenol, Ectoin, Niacinamid, Centella asiatica und Rotwurzel-Salbei-Extrakt. Die Kombination ist weniger auf spektakuläre Beauty-Akrobatik ausgelegt als auf etwas, das die empfindliche Augenpartie tatsächlich gebrauchen kann: Hydration, Unterstützung der Hautbarriere und Beruhigung. Panthenol gehört dabei zu den bewährten Feuchtigkeitsspendern und unterstützt die Stabilisierung der Hautbarriere. Ectoin soll Schutzmechanismen stärken, während Niacinamid die Hautelastizität unterstützt und dabei helfen kann, den Wasserverlust zu reduzieren. Centella asiatica wiederum ist für seine gute Verträglichkeit bekannt und wird unter anderem wegen seiner feuchtigkeitsspendenden und beruhigenden Eigenschaften eingesetzt. Eine ziemlich konzentrierte Besetzung für eine Fläche, die kaum größer als zwei Halbmonde ist.
Entscheidend ist allerdings das Material selbst. Hydrogel besitzt gegenüber klassischen Vliesmasken einen ganz praktischen Vorteil: Es legt sich eng an die Haut an und bleibt dort. Bei diesen Pads kommt hinzu, dass sie transparent sind. Was nach einem nebensächlichen Detail klingt, verändert die Anwendung erheblich. Augenpads mussten bislang häufig aussehen wie kleine silberne Tragflächen unter den Augen – charmant im eigenen Badezimmer, weniger überzeugend während einer Videokonferenz.

Hier verschwindet die Pflege optisch beinahe. Das macht aus dem klassischen Beauty-Ritual ein Produkt, das sich in den Alltag einschleusen lässt. Auflegen, weiterarbeiten, nach rund 25 Minuten wieder abnehmen. Keine große Zeremonie, kein Handtuch um den Kopf und idealerweise auch kein erschrockener Paketbote. Besonders sinnvoll wird die Sache im Kühlschrank. Prof. Dr. Steinkraus empfiehlt ausdrücklich eine kühle Lagerung, wenn der erfrischende Effekt intensiviert werden soll. Gerade morgens oder nach langen Tagen am Bildschirm bekommt die ohnehin feuchtigkeitsspendende Anwendung dadurch eine zusätzliche physische Qualität: Kälte fühlt sich an der Augenpartie schlicht sehr gut an. Ein komplizierteres wissenschaftliches Argument braucht es dafür eigentlich nicht.
Die Anwendung selbst ist entsprechend unspektakulär. Nach der Reinigung wird die schmalere Seite der Steinkraus Hydrogel Eye Pads zur Nase hin unter den Augen platziert, die breitere Richtung Wangenknochen. Je nach Hautbedürfnis bleiben sie 15 bis 30 Minuten liegen; beide Seiten können verwendet werden. Interessant ist dabei, wie sehr sich der Blick auf solche Produkte verändert hat. Augenpflege bestand lange hauptsächlich aus Cremes in sehr kleinen Tiegeln mit sehr großen Versprechen. Inzwischen wird Hautpflege zunehmend situativer gedacht. Nicht jedes Produkt muss morgens und abends für die nächsten fünf Jahre benutzt werden. Manches darf einfach dann zum Einsatz kommen, wenn die Haut danach verlangt: vor einem Termin, nach einer Reise, nach zu wenig Schlaf oder an einem Tag, an dem das Gesicht offenbar andere Pläne hat als sein Besitzer.
Genau in dieser Rolle funktionieren die Hydrogel Eye Pads am überzeugendsten. Sie versprechen keine neue Augenpartie und müssen es auch nicht. Ihr Job ist kurzfristiger: Feuchtigkeit zuführen, die Haut glatter und aufgepolsterter erscheinen zu lassen, beruhigen und erfrischen. Der Hersteller nennt außerdem eine regenerierende und ausgleichende Wirkung sowie eine hohe Verträglichkeit für alle Hauttypen. Dass ausgerechnet Transparenz dabei zum kleinen Luxus wird, passt erstaunlich gut zur Gegenwart. Beauty war lange darauf ausgelegt, sichtbar zu sein: Masken, Tools und aufwendige Routinen wurden beinahe zu Accessoires. Nun ist manchmal das interessantere Produkt jenes, das seine Arbeit erledigt, ohne daraus eine Vorstellung zu machen.
Die Rezeptur bleibt ebenfalls erfreulich nachvollziehbar. Neben Wasser und Glycerin finden sich unter anderem Carrageen, Panthenol, Glucomannan, Centella-Asiatica-Blattextrakt, Ectoin, Niacinamid und Salvia-Miltiorrhiza-Blattextrakt in der INCI-Liste. Das Set mit zehn Sachets und jeweils zwei Eye Pads kostet 72 Euro, ein einzelnes Sachet kostet acht Euro. Bleibt die entscheidende Frage: Braucht es wirklich noch Augenpads? Vermutlich nicht jeden Tag. Aber genau darin liegt ihr Reiz. Sie verlangen keine neue Routine, keinen komplizierten Plan und kaum zusätzliche Zeit. Sie verschwinden für eine knappe halbe Stunde unter den Augen und machen dort ihren Job. Am besten direkt aus dem Kühlschrank. Schlechte Nächte müssen schließlich nicht auch noch Zimmertemperatur haben. Weitere Informationen unter Prof. Dr. Steinkraus

