Champagnerduschen sind ein merkwürdiges Ritual. Bei einem gewöhnlichen Abendessen wären sie ein Fall für die Reinigung, auf dem Siegerpodest der Formel 1 gehören sie seit Jahrzehnten zum festen Bild des Triumphs. Der Korken fliegt, der Inhalt verteilt sich großzügiger über Rennanzüge als über Gläser – und aus einer individuellen Bestzeit wird für einige Sekunden ein gemeinsames Fest. Unter dem Motto „Victory is better when shared“ holte Moët & Chandon dieses Gefühl nach München. Anlässlich des Großen Preises von Italien lud das Champagnerhaus zu einer Formula-1-Viewing-Party in die F1 Exhibition Munich im Pineapple Park. Während in Monza die Motoren liefen, verfolgten die Gäste das Rennen zwischen historischen Fahrzeugen, multimedialen Installationen und Erinnerungsstücken aus mehr als sieben Jahrzehnten Motorsport.






Dass die Wahl ausgerechnet auf dieses Rennen fiel, war mehr als eine Frage des Kalenders. Monza ist einer jener Orte, an denen die Formel 1 noch immer nach großer Erzählung klingt. Der Hochgeschwindigkeitskurs nördlich von Mailand gilt als Tempel des Tempos, als Bühne italienischer Leidenschaft und als Strecke, auf der Siege selten beiläufig ausfallen. In diesem Jahr kam ein Ergebnis hinzu, das selbst einem Drehbuch kaum zuzutrauen gewesen wäre: Der Italiener Kimi Antonelli gewann für Mercedes, nachdem er von Startplatz 19 ins Rennen gegangen war. Damit wurde er zum ersten italienischen Fahrer seit 1966, der seinen Heim-Grand-Prix in Monza für sich entscheiden konnte. George Russell und Max Verstappen komplettierten das Podium. In München führte der ehemalige Rennfahrer und heutige Formel-1-Kommentator Christian Danner durch den Nachmittag. Unter den Gästen waren die Schauspieler Artjom Gilz, Svenja Jung, Lary Müller, Justus Riesner und Laurence Rupp sowie Münchner Kreative, Unternehmer und Formel-1-Fans. Gemeinsam erlebten sie ein Rennen, das genügend Dramatik bot, um selbst in gut ausgestatteten Räumen für jene kurzzeitige Unordnung zu sorgen, die Sportveranstaltungen so angenehm von gewöhnlichen gesellschaftlichen Terminen unterscheidet.





Die Kulisse hätte passender kaum sein können. Die F1 Exhibition Munich bespielt im Pineapple Park, der ehemaligen Paketposthalle an der Arnulfstraße, rund 3.000 Quadratmeter. Originalfahrzeuge, seltene Exponate und interaktive Stationen führen durch die Vergangenheit und Gegenwart der Rennserie. Zu sehen sind unter anderem Fahrzeuge, die mit Michael Schumacher, Nico Rosberg und Max Verstappen verbunden sind. Die Ausstellung betrachtet die Formel 1 dabei nicht allein als sportlichen Wettbewerb, sondern als ein Zusammenspiel aus Technik, Gestaltung, Risiko, Popkultur und ausgesprochen gut organisierter Selbstinszenierung.




Genau an diesem Punkt trifft der Motorsport auf die Welt von Moët & Chandon. Beide verstehen es, einen kurzen Augenblick in ein dauerhaftes Bild zu verwandeln. Das Überqueren einer Ziellinie dauert kaum länger als einen Wimpernschlag. Erst die anschließende Choreografie aus Podium, Hymne, Pokal und fliegendem Korken macht daraus jenen Moment, der später in Archiven, Dokumentationen und Erinnerungen weiterlebt. Die Verbindung zwischen dem Champagnerhaus und der Formel 1 reicht bis in die Anfänge der Weltmeisterschaft zurück. Bereits 1950 spielte Moët & Chandon bei den Feierlichkeiten rund um den Großen Preis von Frankreich eine Rolle. Über die folgenden Jahrzehnte wurde Champagner zum festen Bestandteil zahlreicher Siegerehrungen und begleitete Champions wie Jackie Stewart, Ayrton Senna, Niki Lauda und Alain Prost. Seit 2025 ist Moët & Chandon im Rahmen der auf zehn Jahre angelegten Partnerschaft zwischen LVMH und der Formel 1 erneut offizieller Champagner der Rennserie.
Für die Münchner Viewing Party standen Brut Impérial, Brut Impérial Rosé und Grand Vintage 2016 bereit. Drei Cuvées, die unterschiedliche Seiten des Hauses zeigen: der Brut Impérial als international bekanntester Klassiker, die Rosé-Variante mit stärkerer Frucht und der Jahrgangschampagner als präziser Ausdruck eines einzelnen Erntejahres. Der Grand Vintage 2016 brachte dabei eine weitere Form von Zeit ins Spiel. Während in der Formel 1 Hundertstelsekunden über Positionen entscheiden, entsteht ein Jahrgangschampagner in jahrelanger Ruhe. Schneller und langsamer Luxus trafen an diesem Nachmittag unmittelbar aufeinander.
Das gemeinsame Verfolgen eines Rennens hat mit dem einsamen Blick auf eine Ergebnisliste wenig zu tun. Spannung überträgt sich, Überraschung wird lauter und selbst Menschen, die gerade erst begonnen haben, sich für die Formel 1 zu interessieren, lassen sich von der Dynamik im Raum mitziehen. Dass Antonelli ausgerechnet in Monza vom hinteren Teil des Feldes bis an die Spitze fuhr, verlieh dem Münchner Nachmittag jene Unvorhersehbarkeit, die sich bei einem geplanten Markenevent nicht bestellen lässt. Moët & Chandon musste dem Rennen deshalb keine zusätzliche Dramaturgie geben. Sie war längst vorhanden. Stattdessen entstand ein gesellschaftlicher Rahmen, in dem Motorsport nicht nur als Frage von Rundenzeiten und Reifenstrategien erschien, sondern als kulturelles Ereignis. Die Formel 1 ist inzwischen globale Unterhaltungsindustrie, Modeplattform, Technologielabor und reisender Gesellschaftszirkus zugleich. Ihre Bilder erreichen längst Menschen, die keinen Unterschied zwischen Untersteuern und Übersteuern erklären könnten – aber sehr genau verstehen, was ein spektakulärer Moment ist.
Am Ende schloss sich zwischen Monza und München ein kleiner Kreis. In Italien gewann ein junger Fahrer das Rennen seines Lebens, in der ehemaligen Münchner Paketposthalle wurde darauf angestoßen. Der eigentliche Podiumsmoment fand Hunderte Kilometer entfernt statt. Die Freude darüber ließ sich trotzdem teilen. Und vermutlich ist genau das der Grund, weshalb ein fliegender Korken bis heute mehr erzählt als jede nüchterne Ergebnisanzeige.
Die schönsten Momente genießt man bewusst und mit dem richtigen Maß. Dieser Beitrag richtet sich an Leserinnen und Leser ab 18 Jahren. Mehr zum verantwortungsvollen Genuss unter Massvoll-geniessen.de

