Mode liebt große Namen. Kaum eine Branche erzählt ihre Geschichte so gern über Familien, Dynastien und berühmte Nachfolger. Doch ein prominenter Nachname ist Fluch und Privileg zugleich. Wer aus einer Ikonenfamilie stammt, wird selten an den eigenen Ideen gemessen. Meist richtet sich der Blick zuerst auf die Vergangenheit. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, daraus etwas Eigenständiges entstehen zu lassen. Cora Corré kennt diese Erwartung wie kaum jemand sonst. Ihre Großmutter war Vivienne Westwood, die den britischen Punk auf die Laufstege brachte und Mode als kulturelles Statement verstand. Ihre Eltern Serena Rees und Joseph Corré gründeten mit Agent Provocateur eine Marke, die Dessous neu definierte und weibliche Sinnlichkeit selbstbewusst inszenierte. Kaum eine Familie hat den britischen Stil über Jahrzehnte so nachhaltig geprägt.






Umso interessanter ist der Weg, den Cora Corré heute einschlägt. Als Model arbeitet sie für British Vogue, US Vogue, i-D, Another Magazine oder Perfect, gleichzeitig engagiert sie sich für die Vivienne Foundation, die sich für Umwelt, Bildung und gesellschaftliche Projekte einsetzt. Mode ist für sie deshalb weit mehr als Ästhetik. Sie versteht Kleidung als Ausdruck einer Persönlichkeit, die Stil und Verantwortung miteinander verbindet. Genau diese Haltung macht die Zusammenarbeit mit Marella so überzeugend. Für Herbst/Winter 2026 entstand eine Capsule Collection, die klassische britische Eleganz mit italienischer Schneiderkunst verbindet. Statt lauter Statements oder nostalgischer Zitate setzt sie auf präzise Schnitte, hochwertige Materialien und eine Garderobe, die weit über eine Saison hinaus Bestand haben soll.
Marella verfolgt damit einen Ansatz, der heute fast ungewöhnlich wirkt. Während viele Luxusmarken ständig nach dem nächsten Trend suchen, konzentriert sich die Kollektion auf zeitlose Klassiker, die immer wieder neu interpretiert werden können. Gerade diese Ruhe verleiht ihr Aktualität. Im Mittelpunkt stehen Mäntel, die an die lange Tradition britischer Outerwear erinnern und sie zugleich neu erzählen. Ein doppelreihiger Mantel aus doppellagiger Schurwolle formt eine elegante Sanduhrsilhouette, ein großzügiger Trenchcoat in Schokoladenbraun interpretiert den Klassiker mit weicheren Proportionen. Ergänzt wird die Auswahl durch einen kurzen Mantel im Schokoladen-Elfenbein-Karo, dessen Muster britische Schneidertradition zitiert, ohne nostalgisch zu wirken.



Auch Leder spielt eine zentrale Rolle. Ein voluminöser Bomber trifft auf einen schmalen Bleistiftrock und verbindet Kraft mit Eleganz. Überhaupt lebt die Capsule weniger von einzelnen It-Pieces als von ihrem harmonischen Zusammenspiel. Jedes Kleidungsstück lässt sich selbstverständlich mit den anderen kombinieren und bildet eine durchdachte Garderobe statt einer Aneinanderreihung einzelner Trends. Diese Vielseitigkeit setzt sich bei den Kleidern fort. Ein bodenlanges schwarzes Satinkleid mit tiefem Rückenausschnitt überzeugt durch fließende Linien und zurückhaltende Sinnlichkeit. Daneben sorgen kurze Cocktailkleider – etwa aus rotem Jacquard mit Moiré-Effekt – für einen selbstbewussteren Auftritt. Zwei unterschiedliche Stilrichtungen, die dennoch dieselbe Handschrift tragen.
Auch Strick erhält eine flexible Rolle. Oversized-Pullover lassen sich ebenso klassisch tragen wie als kurzes Strickkleid inszenieren. Kleidung passt sich hier dem Alltag an und nicht umgekehrt – ein Gedanke, der die gesamte Kollektion prägt. Natürlich fehlt auch das Herzstück von Marella nicht: der Blazer. Die doppelreihige Variante in Marineblau und Elfenbein wird mit weiter Hose und Bustier kombiniert und verbindet präzise Tailoring-Tradition mit weichen, femininen Details. Genau aus diesem Kontrast entsteht jene entspannte Eleganz, die die gesamte Capsule auszeichnet.




Bemerkenswert ist dabei, wie selbstverständlich italienische Leichtigkeit und britische Schneiderkunst ineinandergreifen. Nichts wirkt überinszeniert oder bemüht. Die Entwürfe strahlen Ruhe aus und gewinnen ihre Wirkung durch Proportionen, Materialqualität und eine klare Formensprache. Diese Ästhetik passt zu einer Generation, die sich weniger über Trends als über Beständigkeit definiert. Hochwertige Stoffe, vielseitige Schnitte und langlebige Designs gewinnen wieder an Bedeutung. Kleidung soll begleiten, nicht nur einen kurzen Moment Aufmerksamkeit erzeugen.


Genau deshalb wirkt Cora Corré als Partnerin so glaubwürdig. Sie steht nicht allein für einen berühmten Familiennamen, sondern für eine neue Form von Eleganz, die Substanz über Inszenierung stellt. Mode wird nicht zum Selbstzweck, sondern Teil einer persönlichen Haltung – leise, aber selbstbewusst. Am Ende erzählt diese Capsule weit mehr als die Geschichte einer neuen Herbstkollektion. Sie zeigt, dass Stil nicht vererbt werden kann. Ein berühmter Name öffnet Türen, doch Persönlichkeit entsteht erst durch eigene Entscheidungen. Gemeinsam mit Marella gelingt Cora Corré genau dieser Schritt. Die Kollektion ist keine Hommage an eine große Modegeschichte, sondern ein überzeugender Beweis dafür, dass sich das stärkste Erbe nicht bewahren, sondern weiterentwickeln lässt. Weitere Informationen unter Marella

