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Zeit für Denim am Handgelenk

Es gibt Marken, deren Identität so eng mit einem einzigen Produkt verbunden ist, dass jeder Schritt in eine neue Kategorie zwangsläufig Skepsis auslöst. G-STAR gehört zweifellos dazu. Seit Jahrzehnten steht das niederländische Label für kompromisslose Denim-Innovationen, industrielle Ästhetik und eine Designsprache, die Utility konsequent vor Dekoration stellt. Nun wagt die Marke erstmals den Schritt über die Jeans hinaus – und zeigt mit ihrer ersten Uhren- und Schmuckkollektion, dass sich diese Haltung überraschend überzeugend auf Accessoires übertragen lässt. Die Premiere erfolgt auf der INHORGENTA in München und markiert weit mehr als eine klassische Lizenzerweiterung. Gemeinsam mit der JDM Swiss Group entsteht eine Kollektion, die nicht versucht, bestehende Trends zu bedienen. Stattdessen übersetzt sie jene Designcodes, die G-STAR seit 1989 prägen, in eine neue Produktwelt: klare Geometrien, sichtbare Konstruktionen, funktionale Details und eine Ästhetik, die ihren Ursprung unverkennbar im industriellen Design findet.

Gerade dieser Ansatz unterscheidet die Kollektion von vielen prominenten Fashion-Labels, die Uhren und Schmuck häufig als dekoratives Beiwerk verstehen. G-STAR verfolgt einen anderen Weg. Die neuen Modelle wirken wie selbstverständliche Bestandteile einer Garderobe, die täglich getragen wird. Accessoires werden hier nicht als Statussymbol inszeniert, sondern als funktionale Begleiter für den urbanen Alltag. Diese Haltung zieht sich konsequent durch die gesamte Kollektion. Statt glänzender Oberflächen oder überladener Designelemente dominieren präzise Linien, robuste Materialien und architektonische Proportionen. Edelstahl, Leder und massive Metallgehäuse bestimmen das Erscheinungsbild. Nichts wirkt zufällig, alles scheint konstruiert – fast so, als wären die Uhren direkt aus einer Werkstatt für Industriedesign entstanden.

Besonders deutlich zeigt sich dieser Anspruch bei den Zeitmessern. Vier eigenständige Designlinien interpretieren die G-STAR-DNA auf unterschiedliche Weise, bleiben jedoch einer gemeinsamen Formensprache treu. Die Serie Cube setzt auf markante Geometrien und skulpturale Gehäuseformen. Inspiriert vom Brutalismus entstehen Uhren, die weniger klassischen Dresswatches als kleinen Architekturstudien gleichen. Kanten, Volumen und klare Flächen bestimmen das Design und verleihen den Modellen einen eigenständigen Charakter.

Etwas technischer präsentiert sich Rovic. Sichtbare Schrauben, mehrschichtige Konstruktionen und funktionale Details erinnern an klassische Workwear und greifen die industrielle Herkunft der Marke unmittelbar auf. Trotz ihrer markanten Erscheinung bleiben die Modelle erstaunlich alltagstauglich und verbinden Robustheit mit einer klaren Ablesbarkeit.

Mit Constructed rückt schließlich die Konstruktion selbst in den Mittelpunkt. Unterschiedliche Ebenen, grafische Elemente und architektonisch aufgebaute Zifferblätter erzeugen Tiefe, ohne überladen zu wirken. Die Uhren wirken modern und technisch, verzichten jedoch bewusst auf übertriebene Komplexität.

Allen Linien gemeinsam ist die Balance zwischen markanter Gestaltung und funktionalem Anspruch. Die Modelle sind keine Sammlerstücke für den Safe, sondern bewusst für den täglichen Einsatz konzipiert. Leder- oder Edelstahlbänder, massive Metallgehäuse und eine klare Formsprache unterstreichen diesen Anspruch ebenso wie Preise zwischen 49 und 169 Euro. Damit positioniert sich G-STAR bewusst im zugänglichen Premiumsegment und macht Designqualität für eine breite Zielgruppe erreichbar Noch konsequenter setzt sich diese Philosophie im Schmuck fort. Statt klassischer Schmuckästhetik dominieren industrielle Referenzen, reduzierte Linien und eine Materialität, die an technische Komponenten erinnert. Edelstahl bildet dabei die gestalterische Grundlage sämtlicher Serien.

Die Linie Incisio interpretiert Minimalismus mit architektonischer Präzision. Lasergravuren und klare Silhouetten schaffen Schmuckstücke, die bewusst zurückhaltend auftreten und sich problemlos miteinander kombinieren lassen.

Floatcore spielt dagegen mit Leichtigkeit und Bewegung. Schwebende Logos, feine Lackdetails und ausgewogene Proportionen verleihen den Schmuckstücken Dynamik, ohne aufdringlich zu wirken. Gerade das Layering verschiedener Elemente steht hier im Mittelpunkt.

Etwas markanter zeigt sich Dualshield, das Edelstahl mit Leder oder textilen Kordeln kombiniert. Kontraste zwischen unterschiedlichen Materialien greifen die Utility-Ästhetik der Marke auf und verleihen Armbändern sowie Halsketten eine funktionale Anmutung.

Den stärksten Wiedererkennungswert besitzt schließlich R-Tag. Inspiriert vom ikonischen Lederpatch der G-STAR-Jeans und militärischen Dog Tags entstehen grafische Schmuckstücke mit deutlichem Statement-Charakter. Sie zitieren die Geschichte der Marke, ohne nostalgisch zu wirken, und übertragen bekannte Designelemente in einen vollkommen neuen Kontext.

Interessant ist dabei weniger die einzelne Kollektion als die strategische Entwicklung dahinter. Modehäuser erweitern ihre Markenwelten heute zunehmend in angrenzende Lifestyle-Kategorien. Doch während viele Kooperationen beliebig erscheinen, besitzt diese Erweiterung eine nachvollziehbare gestalterische Logik. Wer G-STAR kennt, erkennt die Herkunft der Designs sofort. Die industrielle Formsprache bleibt erhalten, lediglich das Medium verändert sich.

Möglich wird diese Authentizität durch die Zusammenarbeit mit der JDM Swiss Group, die seit Jahren hochwertige Uhren und Schmuck für internationale Lifestyle-Marken entwickelt. Das Schweizer Unternehmen bringt seine technische Expertise ein, während G-STAR die kreative Richtung vorgibt. Das Ergebnis wirkt weder wie klassische Lizenzware noch wie eine bloße Logo-Kollektion, sondern wie eine konsequente Weiterentwicklung der bestehenden Markenidentität. Gerade in einem Markt, der zunehmend zwischen minimalistischer Zurückhaltung und maximaler Inszenierung pendelt, setzt G-STAR damit einen interessanten Gegenpol. Die Kollektion verzichtet bewusst auf modische Effekte und konzentriert sich stattdessen auf Konstruktion, Material und Funktion. Sie folgt denselben Prinzipien, mit denen die Marke einst Denim neu definierte.

Vielleicht ist genau das die eigentliche Überraschung dieser Premiere. G-STAR hat keine Schmuckkollektion entworfen, die zufällig auch den Markennamen trägt. Vielmehr wurde die Sprache des Denims in Metall übersetzt. Das Ergebnis wirkt eigenständig, urban und angenehm unaufgeregt – genau so, wie moderne Accessoires heute sein sollten. Weitere Informationen unter

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