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Ordnung im Raum

In Mailand rückte während der vergangenen Design Week weniger das einzelne Objekt in den Fokus als die Frage, wie Räume heute gedacht werden. Genau hier setzte WAGNER Living an und zeigte mit dem modularen System d2, dass Möbel längst nicht mehr isoliert funktionieren, sondern Teil eines größeren räumlichen Zusammenhangs sind.

Im Showroom in der Via Manzoni wurde dieser Ansatz unmittelbar sichtbar. Neue Farbvarianten erweiterten das System nicht nur visuell, sondern veränderten seine Wirkung im Raum. Strukturen und Flächen ließen sich durchgängig definieren, Übergänge wurden bewusst gesetzt, Kontraste gezielt eingesetzt. Farbe fungierte nicht als Dekor, sondern als Werkzeug, das Räume ordnete, verband oder trennte. Dadurch entstand eine gestalterische Freiheit, die über klassische Möbelsysteme hinausging und stärker an architektonische Prozesse erinnerte als an Einrichtung im herkömmlichen Sinne.

Das System selbst folgte einer klaren konstruktiven Logik. d2 war gesteckt, werkzeuglos montierbar und jederzeit veränderbar. Elemente ließen sich verschieben, neu kombinieren, erweitern oder reduzieren, ohne dass die Struktur an Stabilität verlor. Diese Offenheit machte das System besonders relevant für Räume, die sich im Alltag verändern mussten – Arbeitsumgebungen, hybride Nutzungsszenarien, Orte, die nicht mehr eindeutig definiert waren. Statt festgelegter Funktionen entstand ein System, das sich anpasste, ohne beliebig zu wirken.

Seine Qualität lag dabei nicht allein in der Flexibilität, sondern in der Konsequenz der Konstruktion. Materialien wie Aluminium-Wabenplatten mit hohem Recyclinganteil oder recycelte Kartonstrukturen verbanden Leichtigkeit mit Stabilität. Gleichzeitig waren alle Komponenten so konzipiert, dass sie sich sortenrein zerlegen und wiederverwenden ließen. Nachhaltigkeit erschien hier nicht als Zusatz, sondern als Ergebnis einer durchdachten Konstruktion. Die Frage, wie lange ein System bestehen kann und wie es sich weiterentwickeln lässt, war von Anfang an Teil des Entwurfs.

Auch in der Inszenierung während der Design Week wurde dieser Ansatz weitergeführt. In Zusammenarbeit mit Fischbacher1819 entstanden textile Überlagerungen, die dem System eine zusätzliche Ebene gaben. Stoffe griffen die neuen Farbwelten auf, veränderten die Wahrnehmung von Flächen und brachten eine weichere, fast atmosphärische Dimension in die klare Struktur. Gleichzeitig blieb das Prinzip erhalten: Nichts war festgelegt, alles blieb veränderbar.

Der Showroom selbst wirkte weniger wie eine klassische Präsentation als ein offener Prozess. Möbel standen nicht für sich, sondern erschienen als Teil eines größeren Zusammenhangs. Ergänzt wurde diese Atmosphäre durch eine prägnante Geste: Vor Ort wurde täglich ein Hocker gefertigt, entworfen von Hadi Teherani. Ein Objekt, das normalerweise für industrielle Reproduzierbarkeit steht, wurde so zum situativen Einzelstück. Produktion wurde sichtbar, greifbar, Teil des Ortes.

Seit Jahren verfolgt WAGNER Living einen Ansatz, der Design, Ergonomie und Bewegung miteinander verbindet. Die bekannte Dondola®-Technologie, die den Körper auch im Sitzen in Bewegung hält, ist Ausdruck dieser Idee. Mit d2 wurde dieser Gedanke auf den Raum übertragen. Bewegung fand nicht mehr nur im Objekt statt, sondern im gesamten System. Räume reagierten auf Nutzung, auf Zeit, auf Veränderungen.

Was in Mailand zu sehen war, war deshalb weniger ein Produkt als ein Modell für ein anderes Verständnis von Einrichtung. Ein System, das sich nicht festlegte, sondern mitging. Und genau darin lag seine Relevanz. In einer Zeit, in der sich Arbeits- und Lebenswelten ständig veränderten, entstand hier eine Antwort, die nicht auf starre Lösungen setzte, sondern auf Anpassungsfähigkeit. d2 formulierte diese Idee nicht laut, sondern präzise – und zeigte, dass Zukunft oft dort beginnt, wo Dinge beweglich bleiben. Weitere Informationen unter WAGNER Living

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